Für neun Monate des Jahres
SAP hält an Umsatz- und Ergebnisprognose fest

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hält auch nach den Anschlägen in den USA an seinen Prognosen für das laufende Geschäftsjahr fest.

Reuters WALLDORF. Obwohl die Auswirkungen der Anschläge auf das vierte Quartal schwer abzuschätzen seien, werde zur Zeit noch kein Anlass gesehen, den früheren Ausblick für das Gesamtjahr zu ändern, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. SAP hatte im Juli bei der Veröffentlichung seiner Halbjahresergebnisse angekündigt, ein Umsatzwachstum von mehr als 20 % im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten. Analysten bewerteten die Bestätigung der Prognosen positiv, es sei aber noch offen, ob SAP seine Ziele erreichen werde. Die SAP-Aktie stieg im Anschluss an die Mitteilung in der Spitze über sieben Prozent auf 108,50 Euro.

Die Marge beim operativen Ergebnis im Gesamtjahr soll nach SAP-Angaben weiterhin ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten im Vergleich zur 20-Prozent-Marge des Vorjahres um ein bis zwei Prozentpunkte wachsen. SAP gehe nach einer ersten Analyse des Geschäftsumfeldes davon aus, auch die für die ersten neun Monate abgegebene Umsatz- und Ergebnisprognose zu erfüllen. Diese sehe vor, den Umsatz um geringfügig mehr als 23 % zu steigern. Die Nachfrage von Kunden bis zur ersten Septemberwoche hätte den Erwartungen entsprochen, hieß es.

Seine Zahlen zum dritten Quartal will SAP nach eigenen Angaben am 18. Oktober veröffentlichen. Zu möglichen Änderungen der Prognosen hieß es in der Mitteilung: "Entsprechend der Unternehmenspolitik wird die SAP so früh wie möglich über Veränderungen ihrer Umsatz- und Ergebnisprognose informieren."

M.M. Warburg-Analyst Michael Bahlmann merkte an, es sei sehr positiv, dass SAP jetzt noch an seinen Prognosen festhalte und bislang nicht gezwungen gewesen sei, diese zu reduzieren. Dass sich das Unternehmen ein "Hintertürchen" offen gehalten habe, sei in dem unsicheren Umfeld verständlich. Selbst wenn SAP seine Prognosen im vierten Quartal nicht ganz erreichen sollte, sei dies im Aktienkurs bereits eingepreist. Bahlmann bewertet die SAP-Aktie, die seiner Einschätzung nach deutlich unterbewertet ist, gegenwärtig mit "Kaufen". Für Theo Kitz, Analyst beim Bankhaus Merck, Finck & Co ist die Bestätigung der Prognosen zwar ermutigend. Sie sei aber zu früh erfolgt, da die Konsequenzen der Anschläge in den USA noch nicht absehbar seien. Nach Einschätzung des Analysten sollten die Anschläge Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den USA und das IT-Budget der Unternehmen haben. Dem werde sich auch SAP nicht entziehen können.

"Mich würde es wundern, wenn das Nordamerika-Geschäft von SAP verschont bleibt", sagte Kitz weiter. Im zweiten Halbjahr rechnet der Experte für Nordamerika mit einer Umsatzstagnation bei SAP; im Vergleich zum ersten Halbjahr werde das zweite aber immer noch stärker ausfallen. Kitz bewertet die SAP-Aktie derzeit mit "Marketperformer." Lehman-Brothers-Analystin Coleen Kaiser sagte, es sei eine sehr positive Überraschung, dass SAP an seinen Prognosen festhalte, nachdem US-Wettbewerber angezeigt hätten, dass sie ihre Prognosen wahrscheinlich nicht erreichen werden. Die Analystin bewertet die SAP-Aktie derzeit mit "Buy". Nach Einschätzung der Finanzexperten von ABN Amro wird SAP in diesem Umfeld Schwierigkeiten haben, seine Ziele für das vierte Quartal zu erreichen. Die Wahrscheinlichkeit einer Reduzierung der Prognosen habe zugenommen. Dennoch bewerten die Analysten die SAP-Aktie derzeit mit "Buy".

Üblicherweise sind die letzten Wochen eines Geschäftsquartals entscheidend für die Entwicklung der Ergebnisse von SAP. Analysten zufolge werden die Geschäftsergebnisse der Software-Unternehmen von den Anschlägen in den USA besonders stark belastet werden. Viele Firmen dürften nach Einschätzung der Experten ihre Quartalsprognosen verfehlen. Die Investmentbank Goldman Sachs hatte am Montag ihre Vorhersagen für SAP und mehrere andere führende Unternehmen des Industriezweigs gesenkt.

Gegen Mittag lag die SAP-Aktie noch mit rund zwei Prozent im Plus bei 102,56 Euro. Der Dax büßte gleichzeitig 2,14 % auf 3955 Punkte ein.

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