Für Pkw höchste Nachfrage seit vier Jahren
US-Konjunkturdaten besser als erwartet

Unerwartet gut ausgefallene Daten zu Auftragseingängen und Verbrauchsgütern haben in den USA Hoffnungen bestärkt, dass sich die Erholung der heimischen Wirtschaft weiter stabilisiert.

Reuters WASHINGTON. Mitglieder der US-Notenbank (Fed) äußerten sich verhalten optimistisch zu den Zahlen. Die US-Auftragseingänge für langlebige Güter stiegen im April deutlich stärker als von Analysten erwartet. Für Autos wurde dabei die höchste Nachfrage seit fast vier Jahren verzeichnet. Michael Moskow, Chef der Fed von Chicago, sprach zwar von einem guten Ergebnis. Er gab aber zugleich zu bedenken, dass es lediglich um die Daten eines einzelnen Monats handele.

Mit Spannung erwarten die Anleger nun die für Freitag anstehenden Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP), um weiteren Aufschluss über den Verlauf der konjunkturellen Erholung zu erhalten. Außerdem werden deutlichere Hinweise darauf erwartet, wann die Fed die Leitzinsen anhebt. Robert McTeer, Fed-Chef von Dallas und stimmberechtigtes Mitglied des für Zinsentscheidungen zuständigen Fed-Offenmarktausschuss (FOMC), bezeichnete eine Anhebung als unausweichlich.

Einige Volkswirte rechnen mit einer Erhöhung des Zinssatzes bereits beim nächsten FOMC-Treffen Ende Juni. Andere erwarten diesen Schritt nicht vor August. Die Fed werde vor einer Zinserhöhung eine Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt abwarten, sagte Henry Willmore, Chef-Volkswirt der Barclays Capital Group. "Ich erwarte keinen unmittelbaren (Zins-)Schritt der Notenbank", fügte er hinzu. Die Fed hatte im vergangenen Jahr ihren maßgeblichen Zinssatz für Tagesgeld um insgesamt 4,75 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent gesenkt, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln.

Marktexperten zeigten sich ferner überaus zufrieden mit den Ergebnissen der Industrieaufträge im April. "Es ist sehr ermutigend, zu sehen, dass die Zahlen über den Erwartungen lagen und dass auch die März-Entwicklung nach oben revidiert wurde", sagte ein Volkswirt. Der Auftragswert für langlebige Gebrauchsgüter erhöhte sich im April nach Angaben des US-Handelsministeriums um 1,1 Prozent auf 176,6 Milliarden Dollar. Von der Agentur Reuters befragte Volkswirte hatten ein Plus von lediglich 0,4 Prozent prognostiziert. Die März-Entwicklung der Auftragseingänge revidierte das Ministerium zugleich auf plus 0,2 Prozent von minus 0,5 Prozent nach oben.

Unterdessen teilte das US-Arbeitsministerium mit, dass sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 18. Mai auf 416.000 nach 425.000 in der Vorwoche verringert habe. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für die Berichtswoche mit 412.000 Anträgen gerechnet. Für Freitag steht die zweite Schätzung zum US-BIP an. Analysten rechnen einer Umfrage zufolge im Schnitt mit einem Wachstum von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die erste Schätzung hatte auf das Jahr hochgerechnet ein Plus von 5,8 Prozent ergeben.

Für das laufende zweite Quartal erwartet FOMC-Mitglied McTeer wie viele Volkswirte eine Verlangsamung des BIP-Wachstums. Er schätze, dass sich die Rate zwischen denen der beiden vergangenen Quartale bewegen werde, sagte er in einer Rede vor Wirtschaftsvertretern. Im Schlussquartal 2001 hatte die BIP-Wachstumsrate lediglich 1,7 Prozent betragen. McTeer rechnet ferner nicht damit, dass die US-Arbeitslosenquote über das im April verzeichnete Siebeneinhalb-Jahres-Hoch von sechs Prozent steigen werde. Volkswirte erwarten eine Erholung am Arbeitsmarkt erst dann, wenn die gesamte Wirtschaftlage in den USA deutlich robuster geworden ist.

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