Für Privatanleger stellen Dachfonds die sinnvollste Lösung für den Einstieg in außerbörsliche Beteiligungen dar: Private Equity erfordert einen langen Atem

Für Privatanleger stellen Dachfonds die sinnvollste Lösung für den Einstieg in außerbörsliche Beteiligungen dar
Private Equity erfordert einen langen Atem

Durch die Börsenbaisse 2001 wurden hochgesteckte Erwartungen im Bereich Private Equity enttäuscht. Wer bei diesem Alternativ-Investment einen Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren ansetzt, findet im Anschluss an die schmerzhafte Bereinigung günstige Einstiegschancen vor.

HB FRANKFURT/M. Die im vergangenen Jahr publikumswirksam vermarktete Idee der Geldanlage in Private Equity (PE) hat einen herben Rückschlag erlitten. Wie Hedge Funds so zählt auch Private Equity zur Kategorie der Alternativ-Investments. Im Gegensatz zur klassischen Anlage in Aktien und Anleihen werden Resultate dieser Investmentform nicht relativ zu einem Index, sondern in absoluten Größen gemessen.

Der PE-Bereich wird in Venture Capital, Zwischenfinanzierungen und Unternehmenskäufe (Management Buyouts, Management Buyins und Leveraged Buyouts) unterschieden. Das in Deutschland populärste Segment Venture Capital (Wagniskapital) hatte hierzulande in den Jahren 1999 und 2000 Hochkonjunktur, als zahlreiche Mittelständler den Gang an die Börse zum Unternehmensziel ausriefen.

Die zu den Blütezeiten des Neuen Marktes und der Nasdaq aufgekommene Goldgräber-Stimmung ist indes Vergangenheit. "Im Jahr 2001 wiesen Private-Equity-Investments zum zweiten Mal seit 1983 ein leichtes Ergebnisminus auf", sagt Rolf Wickenkamp, geschäftsführender Gesellschafter der CAM Private Equity Consulting GmbH in Köln. Auch hinsichtlich der Finanzierung durch Venture Capital war 2001 ein schwieriges Jahr. Nach Angaben der Fachorganisation VentureWire haben private US-Firmen bei mehr als 3 000 Transaktionen Wagniskapital über 35,3 Mrd. $ aufgenommen. Gegenüber den 6 420 US-Finanzierungen des Jahres 2000 (Volumen: 94,3 Mrd. $) nimmt sich diese Zahl indes eher bescheiden aus.

Anleger, die potenziellen Börsenkandidaten vor dem IPO Wagniskapital zur Verfügung stellten, erkennen heute, dass PE-Direktinvestments stark mit Aktien korrelieren. Der entscheidende Nachteil dieser Anlageform ist allerdings darin zu sehen, dass ein Ausstieg aus diesen Direkt-Investments für private Anleger vor dem Börsengang in der Regel nicht möglich ist.

Auch Investments in börsennotierte Beteiligungsgesellschaften oder Venture-Capital-Gesellschaften erwiesen sich im Jahr 2001 als Flop, wie Kurseinbrüche der entsprechenden Aktien zeigen. "Dem privaten Anleger ist grundsätzlich zu raten, sein Geld in einzelne PE-Fonds, oder noch besser in PE-Dachfonds zu investieren", rät Natascha Grosser von Sal. Oppenheim in Köln mit Hinweis auf die dadurch erreichbare Risikostreuung. Nach Angaben von Wickenkamp wiesen die großen PE-Fonds im Jahr 2001 eine wesentlich geringere Korrelation zu Aktien und Anleihen auf als die meisten PE-Direktinvestments . Richtig sei, dass Anleger, die von 1998 bis 2000 in PE investierten, einen viel zu hohen Preis gezahlt hätten. "Allerdings hat der Bereich Private Equity die an den Aktienbörsen beobachteten Exzesse in Bewertungsfragen nicht mitgemacht", sagt Wickenkamp.

Unterstützung erhält er von Natascha Grosser von Sal. Oppenheim. "Von 1980 bis 2000 wies der PE-Markt eine sehr geringe Korrelation zu den traditionellen Anlageformen auf", sagt die auf Alternativ-Investments spezialisierte Rechtsanwältin. Die Anlageform PE sei meist mit höherem Risiko behaftet, habe in der Vergangenheit allerdings auch höhere Renditen erwirtschaftet. Daher sei Private Equity für Privatanleger als Beimischung zu klassischen Portfolios in der Form von Fonds sehr wohl zu empfehlen.

Für erfahrene Anleger biete sich ein Investment in PE-Fonds an, das bereits ab rund 100 000 Euro möglich sei. Der unerfahrene Investor sollte auf Dachfonds setzen, die mehrere PE-Fonds umfasse. "Der Zeitpunkt für den Einstieg in diese Assetklasse ist günstig" , sagt Natascha Grosser. "Die Einstiegspreise bei außerbörslichen Investments sind auf sehr niedrigem Niveau, so dass das erste Quartal 2002 wohl der ideale Zeitpunkt zum Einstieg ist", sagt auch Wickenkamp. Die Vergangenheit habe gelehrt, dass der Anleger bei dieser Anlageform grundsätzlich einen Zeithorizont von fünf bis sieben Jahre ansetzen sollte.

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