Für Russen-Mafia
Deutsche Aktiengesellschaft als Geldwaschanlage enttarnt

Dem Bundeskriminalamt (BKA) ist es nach eigenen Angaben erstmals gelungen, eine deutsche Aktiengesellschaft als mutmaßliche Geldwaschanlage der Russen-Mafia zu enttarnen. Im Zuge der Ermittlungen sind am Dienstag insgesamt 28 Firmen und Wohnungen im Rhein-Main-Gebiet, Hamburg und München durchsucht worden, berichteten BKA und Staatsanwaltschaft Darmstadt am Dienstag.

HB/dpa WIESBADEN/DARMSTADT. Ermittelt wird gegen die Verantwortlichen einer südhessischen Aktiengesellschaft, die für eine mächtige Mafia-Gruppe aus St. Petersburg mehrere Millionen Euro in den legalen Wirtschaftskreislauf geschleust haben soll. Die Gelder stammen laut BKA aus illegalen Geschäften wie Autoschiebereien, Menschenhandel, Alkoholschmuggel und Schutzgelderpressung.

Zur Geldwäsche haben die Manager laut BKA ein komplexes Personen- und Firmengeflecht aufgebaut, zu dem auch Scheinfirmen in so genannten Offshore-Ländern mit ungenügenden Finanzkontrollen gehörten. Größere Geldsummen aus Russland wurden offenbar über eine Vielzahl von internationalen Konten geschleust und in Südhessen für Kapitalerhöhungen der AG genutzt, berichteten die Ermittler. Als Immobilieninvestitionen getarnt seien sie nach Russland zurückgeflossen.

Laut Staatsanwaltschaft sitzt derzeit keiner der Verdächtigen in Haft. Die Ermittlungen erstrecken sich auch auf den Verdacht der Untreue, da einige Kartellmitglieder offenbar einen Teil des Geldes für sich selbst abgezweigt haben. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) ermittelt gegen die Verantwortlichen zudem wegen des Verdachts der Kursmanipulation und des Insiderhandels. An den Finanzermittlungen war auch das Zollkriminalamt beteiligt.

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