Für Schweden war die Niederlage besonders bitter
Rasend vor Glück

Nach dem Endspielsieg über Schweden brachen im DFB-Lager alle Dämme: Mit dem WM-Titel ist für die deutschen Fußball-Frauen ein Traum in Erfüllung gegangen. Da ließ sich DFB-Präsident Mayer-Vorfelder nicht lumpen und versprach den Damen neben einer Titelprämie auch ein eigenes Trikot.

HB CARSON. "Goldköpfchen" Nia Künzer wurde vor Freude fast erdrückt, Gerhard Mayer-Vorfelder fiel Sepp Blatter um den Hals, und die zurückhaltende Tina Theune-Meyer riss die Arme hoch und stürzte glückselig auf das Spielfeld. Als der historische WM-Triumph der deutschen Fußballerinnen am Sonntagmittag (Ortszeit) perfekt war, gab es für niemanden im deutschen Tross ein Halten. Trainerinnen und Spielerinnen tanzten ausgelassen auf dem Rasen und feierten den lang ersehnten Titelgewinn. "Das ist der größte Augenblick im deutschen Frauen-Fußball. Ich bin sehr stolz auf dieses Team", sagte Tina Theune-Meyer nach dem 2:1 (0:1)-Erfolg durch Künzers Golden Goal (98.) im Finale der 4. Weltmeisterschaft gegen Schweden.

Direkt nach dem Happy End übermittelte Bundeskanzler Gerhard Schröder telefonisch seine Glückwünsche. Das Team habe "nach einem an Spannung nicht zu überbietenden Finale" gewonnen. "Ich bin begeistert von den Leistungen, die während des Finales und des ganzen Turniers gezeigt wurden." Er hoffe, dass der WM-Titel "zur weiteren Stärkung des Frauen-Fußballs in Deutschland" beitrage. Auch Bundespräsident Johannes Rau gratulierte zur beeindruckenden Teamleistung: "Wir sind alle stolz auf Sie! Das ist ein großer Tag für den deutschen Fußball." DFB-Teamchef Rudi Völler freute sich am TV-Schirm "riesig: Endlich haben sie das erreicht, was sie schon lange verdient haben. Ich hoffe, dass das dem Frauen-Fußball einen kleinen Schub gibt."

Nimmt man die Fernsehquoten als Maßstab, müssen sich die Frauen da keine Sorgen machen: 13,58 Millionen Zuschauer saßen am Sonntagabend in Deutschland vor dem Bildschirm, als Nia Künzer das Golden Goal köpfte. Das Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen, das kurzfristig den Tatort verdrängt hatte, verfolgten zur besten Sendezeit in der ARD im Durchschnitt und inklusive Verlängerung 10,37 Millionen Fans. Das waren etwas mehr als am Vortag im ZDF beim EM-Qualifikationsspiel der Männer zwischen Deutschland und Island (10,36).

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