Für unterschlagene Aktien-Guthaben
Amsterdamer Börse und Banken zahlen NS-Entschädigungen

Reuters AMSTERDAM. Die Amsterdamer Börse und niederländische Banken haben sich nach Angaben des Zentralrates der Juden in den Niederlanden (CJO) grundsätzlich darauf geeinigt, Entschädigung für unterschlagene Aktien-Guthaben aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu zahlen. Die genaue Summe stehe jedoch noch nicht fest, sagte CJO-Sprecher Ronnie Naftaniel der Nachrichtenagentur Reuters am Montag nach mehrstündigen Verhandlungen in Amsterdam. Die Börse und die Banken hätten eingesehen, dass sie der jüdischen Gemeinschaft Schaden zugefügt hätten. Dafür fühlten sie sich verantwortlich und wollten Entschädigung leisten. Der CJO werte dies als Fortschritt. Die Vereinbarung zwischen CJO sowie Börse und Banken geht den Angaben zufolge davon aus, dass während des Zweiten Weltkriegs zwölf Mill. Gulden (10,6 Mill. DM) von den Wertpapierkonten gestohlen wurden. Der Niederländische Bankenverband (NVB) hatte vor kurzem die Zahlung von acht Mill. Gulden angeboten. Bei weiteren Gesprächen am 15. Juni soll darüber verhandelt werden, welchem Gegenwert die Summe von zwölf Mill. Gulden heute entspricht. Fachleute im Auftrag des CJO hatten nach Angaben der Organisation eine Summe von 500 Mill. Gulden errechnet.

Die Amsterdamer Börse (AEX) scheine auch bereit zu sein, eine öffentliche Entschuldigung in internationalen Zeitungen abzudrucken und ein Buch über die gestohlenen Guthaben zu finanzieren, sagte der CJO-Sprecher. Ende Mai hatte der Jüdische Weltkongress (WJC) den niederländischen Banken und der Amsterdamer Börse eine 30-Tage-Frist zur Regelung der Schadensforderungen gesetzt und andernfalls Sanktionen angedroht, die besonders dem Geschäftsinteresse der Banken in den USA schaden sollten.

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