Für Wahl in Kaschmir
Musharraf kritisiert indische Pläne

Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf hat Indiens Pläne für eine Wahl im indischen Teil Kaschmirs als Farce zurückgewiesen.

Reuters ISLAMABAD. "Die indische Regierung hat solche farcenhafte Wahlen bereits in der Vergangenheit organisiert", sagte Musharraf am Mittwoch in einer Rede zur Unabhängigkeit Pakistans. Diese "so genannten Wahlen" seien immer manipuliert und von der Bevölkerung Kaschmirs boykottiert worden. Musharraf verteidigte dagegen die für Oktober angesetzten Wahlen in Pakistan als Anfang einer "neuen Ära der Demokratie". Kritiker haben ihm vorgeworfen, die Rahmenbedingungen der Wahl zu seinen Gunsten verändert zu haben.

Anlass der auf Englisch gehaltenen Rede war die Unabhängigkeit Pakistans vor 55 Jahren. Die beiden Nachbarstaaten Indien und Pakistan haben seit ihrer Loslösung von Großbritannien drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um die geteilte Region Kaschmir. Indien wirft Pakistan vor, dort radikale islamische Separatisten zu unterstützen. Pakistan hat dies zurückgewiesen. Musharraf sagte in seiner Rede, der Kampf der Kaschmirer um Unabhängigkeit sei eine "heilige Aufgabe", bei der niemals Kompromisse eingegangen werden dürften. Indien hat für Oktober und September Wahlen im indischen Bundesland Jammu und Kaschmir angesetzt.

In Pakistan sollen Wahlen am 10. Oktober stattfinden. Musharraf sagte, er gebe der ganzen Nation sein Wort: "Ich werde alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um freie, faire und transparente Wahlen sicher zu stellen." Durch eine Änderung der Wahlvorschriften können zahlreiche beliebte Politiker nicht an der Abstimmung teilnehmen, darunter zwei ehemalige Ministerpräsidenten. Musharraf bezeichnete seine Regierungszeit seit seiner Machtübernahme bei einem Militärputsch im Oktober 1999 als erfolgreich. Pakistan sei von einem hoch verschuldeten, faktisch aus der Staatengemeinschaft ausgeschlossenen Land wieder zu einem angesehenen und wirtschaftlich lebensfähigen Staat geworden.

Aus Kaschmir wurden am Mittwoch neue Gefechte gemeldet. Nach indischen Polizeiangaben wurden drei Soldaten getötet und 18 Personen verletzt, als ein mit Soldaten besetzter Bus über eine Mine fuhr. Indien und Pakistan haben an ihrer gemeinsamen Grenze etwa eine Millionen Soldaten zuammengezogen. Im Mai hatte sich der Streit um Kaschmir zugespitzt, nachdem Rebellen ein indisches Militärlager angegriffen hatten. Bei Kämpfen in der Region sind in den vergangenen Jahren tausende Menschen getötet worden.

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