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Fuhrparkmanagement und Internet: Vorteile besser nutzen

Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung der EDV-Landschaft im Fuhrparkmanagement durch A.T. Kearney hat aufgezeigt, dass die heute am Markt verfügbaren Technologien durch die Betreiber nicht voll ausgeschöpft werden.

Die Studie dokumentierte zudem, dass Softwareanbieter mit technisch hochwertigen EDV-Lösungen um Kunden bei den Leasinggesellschaften werben und das Online-Geschäft zum differenzierenden Faktor wird.

Die Möglichkeiten der verfügbaren Technologien werden durch die Betreiber nicht voll ausgeschöpft

Während vor 10 Jahren noch die Entwicklung erster Funktionalitäten in Microsoft Excel/Access-Anwendungen im Vordergrund stand, vernetzt das Internet heute alle beliebigen Interessengruppen im Echtzeit-Datenaustausch. Bei vielen Fuhrparkbetreibern besteht Nachholbedarf bei der Ablösung von Altsystemen. Die Chancen liegen für den Betreiber auf der Hand: Eine durchgängige Systemunterstützung, wie sie z.B. ein webbasiertes Plattformkonzept realisiert, führt bei Fallbeispielen zu Prozeßkosteneinsparungen zwischen 30 und 50 Prozent.

Softwareanbieter werben mit Lizenzprodukten auch bei Leasinggesellschaften

Die Analyse der EDV-Landschaft hat vier Segmente von EDV-Produkten hervorgebracht, die sich technisch bzw. vom Funktionsumfang voneinander abgrenzen lassen:

Inhouse-Software: Eigenentwicklung der Fuhrparkbetreiber

Plug&Play: Softwareanbieter

Lizenzprodukte: Softwareanbieter

Firmware: Eigenentwicklungen der Leasinggesellschaften

Als Segmentierungskriterien wurden Funktionalitäten, Individualisierbarkeit, Preis, Datenintegration und Technologie (Mehrsprachen-/Mehrwährungsfähigkeit, Extranetfähigkeit) zugrunde gelegt.

Bei der Inhouse-Software handelt es sich um Eigenentwicklungen von Fuhrparkbetreibern. Nestlé beispielsweise betreibt einen Fuhrpark von mehr als 2 000 Fahrzeugen mit einer eigenen EDV-Lösung. Der Marktanteil dieses Segments wird in Zukunft stark abnehmen, weil die starren EDV-Konstrukte mit der technischen Entwicklung nicht mehr Schritt halten können.

Plug & Play-Software steht für schnelle Implementierbarkeit ("installiert und lauffähig"). Sie deckt die Basisfunktionalitäten ab und ist für weniger als 2 200 ? zu haben. (z.B. Fuhrpark Wizard, Aladin Fuhrpark). Im Internet wird bereits Shareware für 350 Euro angeboten. Anwender sind Betreiber mit Fuhrparks von bis zu 150 Fahrzeugen.

Lizenzprodukte sind heute durchgängige Softwaresysteme mit Web-Applikationen, die den Produkten der Leasinggesellschaften in nichts mehr nachstehen. Hiepler&Partner (Fleet +) gilt als "Mercedes" unter den Anbietern. Zu den Kunden zählen z.B. Dienstleister wie die DB Fuhrparkservice GmbH. Den Lizenzprodukten wird als Wettbewerbsprodukt zur Firmware ein starker Marktanteilszuwachs zugetraut.

Die Leasinggesellschaften haben durch ihre immensen Aufwendungen in die Fortentwicklung eigener Firmware den Technologiefortschritt vorangetrieben (z.B. Avis Fleet Services: e-fleet; LeasePlan: Plan&Push). Im Rahmen von Service-Verträgen wird dem Kunden die Dienstleistung EDV sozusagen beigestellt. Firmware wird nicht separat als Produkt vermarktet.

Zusammenfassend lassen sich die folgenden Hypothesen ableiten:

1. Plug&Play Software etabliert sich als praktikable Lösung für kleinere Fuhrparks.

2. Lizenzprodukte und Firmware werden sich technologisch untereinander angleichen. Die Differenzierungsmöglichkeiten werden sich auf besondere Features bei den B2B-Funktionalitäten beschränken.

3. Lizenzprodukte sind für Leasinggesellschaften oder Dienstleister eine echte Alternative zur Eigenentwicklung.

Die Zukunft Internet als differenzierender Faktor

Was vor wenigen Jahren noch als zukunftsweisend galt, hat sich heute als interaktive Online-Geschäftsabwicklung durchgesetzt. Firmen wie Autop Deutschland haben das online-Business zu ihrem Geschäftsmodell erklärt (Autopnet). Als Ergebnis der Studie erwartet der Kunde einen schnellen und fehlerfreien Service rund um die Uhr, und das natürlich kostenlos.

Im Hinblick auf die Entwicklungen beim Online-Auftritt wird neben informativen Elementen die Interaktion zwischen Kunde und Anbieter eine tragende Rolle spielen. Was künftig in eine Internet-Community mit kundenorientierten Value-Added-Services mündet, dient in erhöhtem Maße der Kundenbindung: 3-D-Konfiguration, virtuelle Demos oder Zusatzangebote wie Events und Auktionen werden im Internet-Auftritt integriert. Daß solche positiven Erfahrungen aus dem Konsumgütermarkt auf das Flottengeschäft übertragbar sind, wird von den Providern allgemein bezweifelt. Vielleicht ist die Entwicklung hier einfach der Zeit voraus.

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Thomas Becker ist Principal bei der A.T. Kearney Management Consultants München

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