Fund im September im Chiemsee
Taucher findet 10-Kilo-Nazi-Goldkessel

Ein Taucher hat im Chiemsee bei Seebruck (Landkreis Traunstein/Bayern) einen 10,5 Kilogramm schweren Kessel aus reinem Gold gefunden. Das Fundstück soll aus der Nazi-Zeit stammen, vermuten Wissenschaftler der Archäologischen Staatssammlung in München, die den Kessel untersucht haben.

dpa SEEBRUCK. Die Entstehungszeit wird auf die Jahre 1933 bis 1945 geschätzt. Auf der Seitenwand des Kessels sind nach Angaben der Sammlung Abbildungen keltisch-indogermanischer Mythen und Opferkulte. Der Fund wird nicht dem legendären Nazi-Goldschatz zugeordnet.

Ein nicht namentlich genannter Taucher hatte den Goldkessel bereits im September vergangenen Jahres in etwa drei Metern Tiefe gefunden, was bisher streng geheim gehalten worden war. Die Schale soll etwa 300 Meter entfernt von dem Badestand Ising bei Seebruck im Schlamm an einer Steilkante gelegen haben, wo der See über 200 Meter in die Tiefe abfällt. Das Fundstück soll an diesem Mittwoch im ARD-Wissenschaftsmagazin "Globus" (21.45 Uhr) zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Schale aus reinem Gold ist aus zehn Einzelplatten gefertigt. Im Oberteil ist auf der Innen- und Außenwand eine etwa 22 Zentimeter hohe Relief-Darstellung zu sehen, die sich als Illustration keltisch- indogermanischer Menschen- und Tieropfer entschlüsseln ließ. Die Darstellung soll sich an den Motiven des berühmten, 1891 gefundenen Silberkessels im Moor von Gundestrup im nördlichen Jütland (Dänemark) orientieren. Die Forschung nach der wahren Geschichte des Chiemsee- Kessels führt nach Auffassung von Prof. Ludwig Wamser von der Archäologischen Staatssammlung ins Dritte Reich. Die Nazis hatten in ihre Ideologie unterschiedliche Mythen und alte Naturreligionen übernommen und wieder aufblühen lassen. Auch der Fundort würde perfekt in diesen Zusammenhang passen.

Unklar ist, wem der Goldkessel gehört. Eigentümer des Chiemsees ist der Freistaat Bayern. Nach Angaben der zuständigen Finanzministeriums wird geprüft, ob es sich bei dem Goldkessel um einen Schatzfund handelt. Dann würde die Schale je zur Hälfte dem Taucher und dem Freistaat gehören. Wenn es sich aber heraus stellen sollte, dass es sich um Nazi-Gold handelt, wäre der Freistaat Bayern nach alliiertem Recht alleiniger Eigentümer der Fundsache. Dem Taucher stünde lediglich Finderlohn zu.

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