Fundamentalist soll Geschäfte durch Honighandel tarnen
Osama bin Laden hat die Taliban offenbar in der Hand

Der mutmaßliche Top-Terrorist Osama bin Laden hat nach einem US-Zeitungsbericht die in Afghanistan herrschende Taliban-Miliz in der Hand. Dank seiner finanziellen und militärischen Hilfe "besitzt und kommandiert" bin Laden die Taliban, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag unter Berufung auf Vertreter der US-Regierung.

rtr/afp WASHINGTON. Der aus Saudi-Arabien stammende Extremist hat den afghanischen Taliban nach Informationen der "Washington Post" in den vergangenen fünf Jahren schätzungsweise 100 Mill. Dollar in bar und als Militärhilfe zukommen lassen. Der US-Geheimdienst CIA schließe daraus, dass bin Laden maßgeblichen Einfluss auf die Taliban habe, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Die USA versuchen, parallel zu ihren Militäraktionen gegen Afghanistan die Finanzquellen jener Organisationen auszutrocknen, die sie als terroristisch einstufen.



Dem Bericht zufolge wurde die Herkunft Dutzender Millionen Dollar nachvollzogen, die von bin Laden der Taliban zur Verfügung gestellt worden seien. Die Gelder stammten vor allem aus legalen und illegalen Geschäften Bin Ladens sowie von Staaten und Unternehmen aus der Golfregion, die ihm Geld gezahlt hätten, damit er in diesen Ländern nicht aktiv werde oder seine Aktivität einschränke. Andere Gelder stammten offenbar von Gruppen, die sich als Wohltätigkeitsorganisationen tarnten. Bin Ladens militärische Gruppen versorgten die Taliban dem Zeitungsbericht zufolge auch mit Angriffswaffen. Weiter berichtet das Blatt, bin Laden stelle den Taliban zudem militärische Ausrüstung und einige seiner besten Kämpfer zur Verfügung.

Laut der Washington Post hat der amerikanische Geheimdienst Schwierigkeiten, den Topterroristen in Afghanistan aufzuspüren. Der 44-Jährige verlege ständig seinen Aufenthaltsort und nutze teilweise einen Krankenwagen zur Tarnung. Er bewege sich in Karawanen von rund 25 Menschen, darunter Frauen und Kinder. Oft verbringe er die Nacht in Berghöhlen. "Es ist wie die Jagd nach einem bestimmten Hasen in ganz Virginia", zitierte die Zeitung einen Regierungsvertreter.

Wie die "New York Times" berichtete, tarnt Bin Laden seine Drogen- und Waffenschmuggel durch Honiggeschäfte. Hierfür verfüge er über ein Netzwerk von Honigvertrieben im Nahen Osten und Pakistan, die von Mitgliedern seiner El-Kaida-Organisation geführt würden. Der Geruch und die Konsistenz des Honigs machten es einfach, Waffen und Drogen in Schiffsladungen zu verstecken, sagte ein US-Regierungsvertreter der Zeitung: Niemand wolle dieses Produkt durchsuchen, es sei eine zu klebrige Angelegenheit.

Die USA bombardieren seit Sonntag Afghanistan, um nach eigenen Angaben Bin Ladens El Kaida zu zerschlagen und die ihn unterstützenden Taliban zu entmachten. Die USA betrachten Bin Laden als Verantwortlichen für die Anschläge in New York und Washington, bei denen am 11. September vermutlich 5600 Menschen starben. Die Taliban lehnen eine Auslieferung Bin Ladens ab.

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