Fundort abgeriegelt
Mutmaßliches Massengrab im Irak entdeckt

Im Irak ist am Samstag im Beisein von US-Marineinfanteristen ein mutmaßliches Massengrab freigelegt worden.

Reuters BAGDAD. Iraker vermuten, dass in dem Grab nahe dem historischen Babylon, südlich der Hauptstadt Bagdad, die Leichen ihrer Angehörigen verscharrt wurden, die nach dem Aufstand der Schiiten 1991 von den Schergen Saddam Husseins abgeholt wurden und seitdem spurlos verschwunden sind.

Die US-Marines riegelten den Fundort in der Nähe des Ortes ab, um die weitere Aufklärungsarbeit forensischer Experten bei der Aushebung des Grabes nicht zu gefährden.

Ein US-Leutnant teilte mit, einige der in der Grabstätte gefundenen Schädel wiesen tiefe Einschnitte auf, die den Verdacht nährten, dass mit den Gefangenen möglicherweise irgend welche medizinischen Experimente gemacht worden seien. Es gebe auch Anzeichen für Exekutionen, wie an den Einschuss-Löchern in einigen Schädeln zu sehen sei. Einige Gebeine seien noch an Metallteilen befestigt. Über das Grab seien Nägel gestreut worden, wohl um Hunde vom Freischarren der Toten fernzuhalten.

Die Anwohner hätten um die Grabstätte gewusst, aber sich unter der Regierung von Präsident Saddam Hussein nicht getraut, das Grab auch freizuschaufeln.

Bei der Niederschlagung des Schiitenaufstands nach dem ersten Golf-Krieg wurden 1991 Tausende oppositionelle Iraker von den Saddam-Truppen und Sicherheitskräften getötet.

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