Funk ersetzt Kabel
Computernetzwerke ohne Stolperfallen

Mobilität heißt ein Zauberwort der IT-Branche auf der diesjährigen CeBIT. Das war bereits vor zwei Jahren so, als die drahtlose Übertragungstechnik Bluetooth die Experten zu Lobeshymnen hinriss. Die auf Funkwellen basierende Technik macht das Hin- und Herschicken von Daten zwischen Computer, Drucker und Firmennetzwerk möglich - über eine Distanz von zehn Metern ganz ohne Kabelsalat. Die Euphorie ist vorbei, die Zeit der drahtlosen Kommunikation jedoch erst am Anfang.

HB/dpa HANNOVER. Kabellose lokale Netzwerke - so genannte "Wireless LAN" - machen dem Funkstandard mit dem Namen eines dänischen Königs längst vergangener Tage (Harald Blauzahn) Konkurrenz und zeigen neue Möglichkeiten.

Der Arbeitsnomade von heute möchte auf dem Weg zwischen Hotelzimmer, Flughafen und Büro E-Mails verschicken oder die neuesten Produktdaten per Internet abfragen können. Wie so etwas funktioniert sehen CeBIT-Besucher im USA-Pavillon. Beim Kaffeetrinken in einem der Cafés können sie mit ihrem Notebook über eine drahtlose Netzinsel im Internet surfen. Die Branche spricht von so genannten "Hot Spots".

Ein Datenfunkstandard mit der schlecht zu merkenden Bezeichnung IEEE 802.11b macht mobiles Internetsurfen möglich. Eingängiger ist die Abkürzung "Wi-Fi" für Wireless Fidelity in Anlehnung an das geläufige "Hi-Fi" und High Fidelity bei der Stereoanlage.

Der Blick muss aber nicht nur in Richtung USA schweifen. Der deutsche Hersteller für drahtlose Netzwerke, Artem, hat unter anderem einen öffentlichen Internetzugang im Stuttgarter Musicalhaus "SI-Erlebnis-Centrum" realisiert. Auch Flughäfen und Hotels rüsten Lobbys und Lounges mit drahtlosen Netzzugängen aus. Manche Unternehmen und Uni-Labore verzichten gar auf eine aufwendige Verkabelung zu Gunsten eines Hotspots.

Wi-Fi ist nach Ansicht von Heribert Bayer vom Chiphersteller Intel jedoch nicht das Ende von Bluetooth. Beide Techniken hätten unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Auf Grund der höheren Reichweite und Übertragungsgeschwindigkeit eigne sich Wi-Fi für interne Netzwerke. "Bluetooth dagegen haben wir im Einsatz im Nahbereich als Ersatz für das Kabel zwischen Computer, Drucker und Tastatur", sagte Bayer.

Im Idealfall solle der Nutzer in Zukunft an seinem Schreibtisch seine Telefonnummern zwischen Handy und PC via Bluetooth abgleichen und sich über einen Hotspot in der Kantine mit seinem Notebook im firmeneigenen Netzwerk anmelden. Und wenn Breitbandzugänge via Mobilfunk in Zukunft Realität würden, sei auch das Internetsurfen selbst in der Sahara theoretisch möglich.

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