Funke: Gentechnik nutzen
Rau wirbt um Solidarität mit Hungernden

dpa BERLIN/MIDDOGE. Bundespräsident Johannes Rau hat zum Welternährungstag an diesem Montag (16. Oktober) um Solidarität mit den hungernden Menschen in aller Welt geworben. Das Ziel sei, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, erklärte das Staatsoberhaupt in einem am Sonntag veröffentlichten Aufruf. Bundeslandwirtschaftsminister Karl- Heinz Funke (SPD) sagte, der Einsatz von Gen- und Biotechnologie könne trotz der nötigen kritischen Diskussionen "ein ethisches und moralisches Gebot" für eine bessere weltweite Nahrungsmittel- Produktion sein. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte dagegen, das Hungerproblem lasse sich mit Gentechnik nicht lösen.

"Wenn wir hungernden Menschen die Möglichkeit geben, auf den eigenen Füßen zu stehen, dann leisten wir damit mehr als akute Katastrophenhilfe, die gewiss auch bitter nötig ist", sagte Rau. Er wies darauf hin, dass 1,2 Mrd. oder ein Fünftel aller Menschen in absoluter Armut lebten. 800 Millionen Menschen seien chronisch unterernährt. Jedes Jahr stürben zwölf Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen des Hungers. Rau forderte die Bürger zu Spenden auf. Schon mit kleinen Beträgen könne jeder ein Zeichen der Hoffnung setzen.

Bundesweite Kampagne "Mahlzeit"

Funke sagte, 80 bis 90 % der Böden der Welt eigneten sich nicht zum Anbau von Nahrungsmitteln. Der Kampf gegen den Hunger müsse in erster Linie mit gesteigerter Produktion auf geeigneten Böden und Zuchtfortschritten geführt werden. Das schließe ein, dass auch Deutschland stärker Nahrungsmittel exportiere. Funke startete am Sonntag im niedersächsischen Middoge die bundesweite Kampagne der evangelischen Hilfsorganisation "Brot für die Welt" unter dem Motto "Mahlzeit". Sie soll den Zusammenhang zwischen luxuriösen Ernährungs-Gewohnheiten der reichen Länder und dem Nahrungsmangel in armen Ländern deutlich machen.

Greenpeace wies auf das Ergebnis einer Studie hin, wonach die Gentechnik in der Landwirtschaft die Nahrungssicherheit der Weltbevölkerung weiter verringern werde. Eine Untersuchung über genmanipulierten Reis bestätige, dass Armut die entscheidende Ursache der Unterversorgung sei.

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