Funkel in Köln vor dem Aus?
Stuttgart, Bremen und Leverkusen marschieren von Sieg zu Sieg

Die Bundesliga wird von den drei Mannschaften VfB Stuttgart, Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen dominiert. Die drei Erstplatzierten marschieren momentan von Sieg zu Sieg. Renommierte Mannschaften wie Bayern München, Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Hertha BSC bringen ihre Spiele dagegen mehr oder weniger mit Krampf über die Runden.

HB DÜSSELDORF. Tristesse herrscht vor allem am Tabellen-Ende: In der Domstadt scheint beim 1. FC Köln nach dem 1:4 gegen Bremen der Abschied von Friedhelm Funkel eingeläutet. Dass ein Trainerwechsel nicht zum schnellen Erfolg führen muss, zeigte das Debüt von Holger Fach beim 2:2 gegen den VfL Bochum.

Wahrlich schon meisterlich trumpfen die Zu-Null-Könige aus Stuttgart auf, die 1860 München mit 3:0 auswärts wegputzten und auch das siebte Spiel ungeschlagen überstanden. VfB-Keeper Timo Hildebrand könnte nun gegen den 1. FC Köln am Samstag den Bundesliga-Rekord von Oliver Kahn brechen, der 802 Minuten ohne Gegentor blieb. Hildebrand fehlen noch 67 Minuten. "Ich bin selbst überrascht, wie abgeklärt die Mannschaft gespielt hat. Die braucht gar keinen Trainer mehr", staunte VfB-Chefcoach Felix Magath nach der gelungenen Generalprobe für den Champions-League-Hit gegen Manchester United.

Eine bittere Lektion in Sachen Spielkultur erteilte Werder Bremen den desolaten Kölnern, für die die 1:4-Pleite noch schmeichelhaft war. Die aufgebrachten rheinischen Fans ("Ihr macht den FC kaputt") forderten nicht nur den Rauswurf von Chefcoach Funkel, sondern in ihrer Verzweiflung auch Christoph Daum. Nicht minder mit den Nerven am Ende war Kölns Manager Andreas Rettig, der in der Trainer-Frage einen Eiertanz vollführte. Einerseits schloss er eine Trennung derzeit "definitiv" aus, wollte auf der anderen Seite Funkel aber "keinen Freifahrtschein" ausstellen. Zumal am kommenden Samstag die Reise zu den entfesselten "jungen Wilden" nach Stuttgart ansteht.

Die schlechte Laune des Klaus Augenthaler

Trotz des 1:0-Sieges der Leverkusener beim VfL Wolfsburg war Bayer-Chefcoach Klaus Augenthaler schlechter Laune. "So kann man keinen Blumentopf gewinnen", schimpfte er über seine vor allem in der ersten Halbzeit enttäuschenden Profis. Leverkusens Torwart Jörg Butt kam vier Monate nach dem Beinahe-Abstieg zum Urteil: "Wir haben das Potenzial, ganz oben mitzuspielen."

Wird am 22. Mai 2004 wieder der FC Bayern München an der Spitze stehen? Erste Zweifel sind nach dem glücklichen 2:1-Erfolg bei Hansa Rostock und dem alles andere als glorreichen Bundesliga-Start erlaubt. Nur dank Stürmer-Star Roy Makaay, der vier Minuten vor Schluss den Siegtreffer markierte, blieb der Titelverteidiger den Schwaben auf den Fersen. "Wir müssen uns keinen Sand in die Augen streuen. Wir saßen in der Kabine und haben nicht gejubelt", bekannte Bayern-Keeper Kahn.

Nicht viel Attraktives hat auch Borussia Dortmund zu bieten, das ohne elf Stammkräfte glücklich mit 1:0 durch ein "Traumtor" von Ewerthon gegen den SC Freiburg gewann. "Es war kein schönes Spiel, aber ein Sieg für die Moral", meinte Interims-Kapitän Dede. Trotz der Verletztenmisere will BVB-Coach Matthias Sammer an den Saisonzielen festhalten: "Gemessen werden wir am Ende doch sowieso daran, ob wir am Ende auf Platz eins, zwei oder drei stehen."

Erlösung durch Miroslav Klose

Während die zuletzt aufgebrachten Fans in Dortmund wieder besänftigt wurden, kochten die Emotionen auf dem Bökelberg nach der verpatzten Premiere von Chefcoach Holger Fach gegen Bochum hoch. "Wir haben die Schnauze voll" und "Hochstätter raus", riefen die Zuschauer nach dem sechsten Bundesliga-Spiel ohne Sieg. "Die Pfiffe und Rufe der Fans interessieren mich nicht", sagte der genervte Borussia- Sportdirektor Christian Hochstätter, der die Ablösung von Ex-Coach Ewald Lienen betrieben hatte, trotzig. Hilflos kommentierte Fach seine erste misslungene Bewährungsprobe: "Man kann nicht zufrieden sein, wenn man ein Heimspiel nicht gewinnt."

Wie eine Erlösung war das entscheidende Kopfballtor von Miroslav Klose in der Nachspielzeit zum 1:0 für den 1. FC Kaiserslautern gegen Hannover 96 für Fachs Kollegen Erik Gerets. "Wenn man in letzter Sekunde drei Punkte holt, hat das auch mit ein bisschen Glück zu tun", sagte der Belgier erleichtert. Keinen Grund zur Euphorie sieht Klose nach dem ersten Erfolg im heimischen Stadion: "Es war wichtig, dass wir uns aufgerappelt haben. Aber diesen Sieg dürfen wir nicht wieder hochjubeln."

In den Sonntagsspielen kam Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt zu einem mäßigen 1:1. Der Hamburger SV erreichte bei Hertha BSC Berlin ebenfalls ein 1:1.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%