Funktion in Microsofts neuem Betriebssystem Windows XP ruft Kritiker auf den Plan
Wirbel um „schlaue Markierungen“

Die so genannten schlauen Markierungen - Microsoft nennt sie "Smart Tags" - rufen die Kritiker auf den Plan. Selbst Bürgerrechtsorganisationen in den USA protestieren gegen die Funktion im neuen Betriebssystem Windows XP. Die Konkurrenz wittert wieder einmal unfaire Praktiken von Microsoft.

DÜSSELDORF. Mit sich widersprechenden Ankündigungen hat der US-Softwarekonzern Microsoft Corp. in den vergangenen Tagen wieder einmal für Verwirrung gesorgt. Die neueste Meldung lautet nun: Das Softwarehaus aus Redmond im US-Bundesstaat Washington werde Windows XP in allen Versionen zunächst ohne Smart Tags ausliefern.

Die Smart Tags ("schlauen Markierungen"), die den Surfer auf andere Internetseiten leiten, könnten das Surfverhalten von Millionen von Anwendern verändern. Das kritisieren sowohl Microsofts Konkurrenten als auch Bürgerrechtsorganisationen, die eine Verletzung des Datenschutzes befürchten.

Jetzt rudert Microsoft offiziellen Angaben von Firmensprecher Jim Cullinan zufolge zurück: "Wir glauben zum jetzigen Zeitpunkt nicht, dass wir Windows XP mit Smart Tags im Oktober ausliefern können." Grund seien redaktionelle Anpassungsprobleme. Auch werde die Smart-Tag-Technologie bis zur finalen Version von Windows XP nicht ausgereift sein. Anbieter von Internet-Seiten halten die technische Realisierung für noch zu komplex. Hinzu kommt: Die Verbindung zu bestimmten Internetseiten, die sich mit einem Smart Tag schnell und einfach herstellen lassen soll, muss in jedem Land unterschiedlich sein. Deutsche Internetnutzer haben andere Präferenzen als etwa Amerikaner - ähnlich wie bei Lexika, die ebenfalls an die verschiedenen Kulturräume angepasst werden müssen.

Intertrust hat Klage gegen Microsoft ausgeweitet

Misstrauisch wurden Tester der letzten Beta-Version von Windows XP, weil sie per Smart Tag immer auf Internetseiten von Microsoft verwiesen wurden. Das ging im Teststadium nicht anders, lautete Microsofts Erklärung, weil andere Seiten noch nicht über Smart-Tag-Merkmale verfügten. Grundsätzlich, so die Angabe der deutschen Microsoft-Niederlassung in München, sollen die Inhalte von kompetenten Partnern geliefert werden.

Unterdessen hat das Technologie-Unternehmen InterTrust seine Klage gegen Microsoft wegen angeblicher Patentverletzung ausgeweitet und will damit sogar erreichen, dass Microsoft sein weit verbreitetes Betriebssystem Windows nicht mehr verkaufen darf. Das Startup--Unternehmen wirft Microsoft vor, mit dem Windows Media Player zum Abspielen von Ton- und Videodateien InterTrust-Patente für den Schutz von Urheberrechten im Internet zu missachten.

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