Funktionär wird mit ungeklärtem Verschwinden von vier Menschen in Verbindung gebracht
Spiele haben ihre ersten diplomatischen Reibereien

Griechenland will dem weißrussischem Sportminister Juri Siwakow die Einreise verweigern - und sorgt damit für Empörung bei der Delegation des Weißrussen.

HB BRÜSSEL/ATHEN. Die griechische Regierung erklärte Siwakow bei den Olympischen Spielen in Athen zur unerwünschten Person erklärt und folgte damit einer Forderung der Europäischen Union. "Diesem Herren werden wir die Einreise nach Griechenland nicht erlauben", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Evangelos Antonaros am Freitag. Als Mitglied des weißrussischen Olympia-Teams ist Siwakow über das Internationale Olympische Komitee (IOC) akkreditiert. Bei schwer wiegenden Fällen hatte sich das IOC in der Vergangenheit der Einreisesperre unerwünschter Personen nicht widersetzt.

Die Europäische Union hatte sich mit einem offiziellen Protest gegen die Anwesenheit Siwakows bei den Olympischen Spielen in Athen ausgesprochen. "Die Europäische Union betrachtet die Präsenz von Herrn Siwakow als absolut unangebracht", hieß es in einer Pressemitteilung am Freitag. Dem Politiker wird vorgeworfen, in seiner Heimat ebenso wie Präsident Alexander Lukaschenko maßgeblich in das ungeklärte Verschwinden von vier Menschen, darunter zwei Oppositionskräfte, verwickelt zu sein.

Dem durch die niederländische EU-Präsidentschaft verbreiteten Statement, dem intensive diplomatische Kontakte zwischen den 25 EU-Hauptstädten vorangegangen waren, schlossen sich auch die Nicht-Mitglieder Rumänien, Kroatien, Island, Liechtenstein und Norwegen an.

In weißrussischen Regierungskreisen hatte das EU-Papier Empörung ausgelöst. "Wir sehen dies als eine weitere Provokation an. Alle Versuche, diese Angelegenheit aufzubauschen, sind kontraproduktiv und richten sich gegen die olympische Bewegung", zitierte die Nachrichtenagentur "Interfax" einen Sprecher des Außenministeriums.

Das EU-Statement beruft sich auf einen Bericht des Europarates vom April, in dem eine Erhöhung des politischen Drucks und auch Sanktionen gegen Weißrussland gefordert wurden, um eine Aufklärung der Fälle aus den Jahren 1999 und 2000 zu erreichen. Siwakow war zu dieser Zeit noch weißrussischer Innenminister.

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