Funkübertragung künftig auf dem Prozessor integriert
Bluetooth und Wireless-LAN wachsen zusammen

Über die Funktechnologien Bluetooth und Wireless-LAN können mobile Computer drahtlos mit dem Unternehmensnetz verknüpft werden. Standen die Übertragungstechniken zunächst in Konkurrenz zueinander, werden immer mehr Produkte angeboten, die beide Schnittstellen unterstützen.

MÜNCHEN. Lange Zeit sah es so aus, als müssten sich die Computernutzer bei der drahtlosen Übertragung von Daten von ihrem Laptop in das Unternehmensnetz für eine Technik entscheiden: Bluetooth oder Wireless-LAN. Die Anbieter der jeweiligen Technologien hatten in den letzten Monaten versucht, sich gegenseitig aus dem Markt zu drängen - ohne Erfolg. Inzwischen werden nicht nur die Laptops gleich mit beiden Techniken ausgestattet, der amerikanische Spezialist für drahtlose Netzwerklösungen, Red-M, hat eine Softwarelösung entwickelt, mit der Daten sowohl mit Bluetooth als auch mit Wireless-LAN empfangen werden können.

Das macht auch Sinn, denn beide Übertragungstechniken haben ihren Charme: Die leistungsstarke, für den Unternehmenseinsatz entwickelte Wireless-LAN-Technologie eignet sich, um gleichzeitig mehrere Mitarbeiter über Funk mit dem hauseigenen Intranet zu verbinden. Die preiswerte, für die kommerzielle Nutzung im PC- und Telekommunikationsmarkt entwickelte Bluetooth-Technologie liefert dagegen nur eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung und eignet sich vor allem dazu, um Daten vom kleinen Handcomputer (PDA) oder Handy mit dem Unternehmensnetz auszutauschen.

Software schützt WLAN gleichzeitig vor fremden Zugriff

Obwohl beide Übertragungsverfahren das gleiche Frequenzband (2,4 GHz) nutzen, basieren sie technologisch betrachtet auf unterschiedlichen Konzepten. Die Software von Red-M mit dem Produktnamen "Genos" ermöglicht nun erstmals die Integration beider Techniken in das Datennetz der Firmen. Das heißt: Es ist egal, mit welcher Technik das mobile Gerät die Daten anfordert oder sendet, das Programm stellt die Verbindung her.

Dabei sollen Sicherheitsfunktionen verhindern, dass der Datenverkehr von Fremden abgehört werden kann. Ein notwendiges Feature, denn im Hinblick auf das illegale Abhören und Manipulieren des Funkverkehrs durch Hacker weisen drahtlose Netzwerke nach der Erfahrung von Sicherheitsexperten nach wie vor massive Defizite auf. "Dank ziemlich robuster Sicherheitsmerkmale ist die Situation bei Bluetooth günstiger als bei Wireless-LAN", so die Einschätzung von Michael Wall, Bluetooth-Experte bei der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Dennoch seien auch hier zusätzliche Schutzmaßnahme bei der Übertragung hochsensibler Daten empfehlenswert. Das Sicherheitsmodul der Software erlaube neben der Verschlüsselung der Daten auch die Integration des Funkverkehrs in unternehmenseigene, hochsichere Firewall- und Virtual Private Network (VPN)-Systeme, so der Hersteller.

Intel bringt Funkünertagung auf den Chip

Müssen heute für die Funkübertragung noch spezielle Adapter in das Handy oder den PDA gesteckt werden, arbeiten die Chiphersteller weltweit daran, die Funktechnik direkt auf dem Chip zu integrieren. Halbleiterhersteller Intel sieht sich hier als Vorreiter. Das Unternehmen will in wenigen Jahren die ersten Chips auf den Markt bringen, die in der Lage sind, über Mobilfunk miteinander in Kontakt zu treten.

"Es ist uns gelungen, analoge Mobilfunktechnik auf einem digitalen Mikroprozessor unterzubringen", sagt Intel-Cheftechnologe Pat Gelsinger. Die drahtlose Freiheit beansprucht nur ein winziges Eckchen Silizium. Mit der "Radio Free Intel"genannten Technologie will der Prozessor-Riese den PC nicht nur als Endpunkt aller Kabelstränge abschaffen, sondern ihn auch zum Mittelpunkt der Kommunikation machen.

Damit das "Radio Free Intel" möglichst universell ist, arbeitet der Empfänger als Softwareradio. Hierbei ersetzt Computertechnik die sonst in der Radiowelt allgegenwärtigen Filter, Spulen und Kondensatoren. Der Signalprozessor gibt seine Impulse an einen Minicomputer weiter, der alle infrage kommenden Protokolle für den Datenaustausch beherrscht.

Intel will mit der Technik gleichzeitig in neue Frequenzbereiche vorstoßen. Die funkenden Chips sollen nicht nur die zukünftigen Handynetze im Zwei-Gigahertz-Bereich bedienen können, sondern mit Signalen bis zu acht Gigahertz fertig werden. In diesem Spektrum sollen Büronetze mit ultrahohen Datenübertragungsraten entstehen.

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