Furcht in der Bevölkerung gestiegen
WHO warnt vor Anschlägen mit chemischen Waffen

Das Risiko dürfe nicht unterschätzt werden, sagte Exekutivdirektor David Nabarro am Dienstag laut Berichten in britischen Medien.

Reuters LONDON. Die WHO sei bemüht sicher zu stellen, dass die Regierungen die aktuellsten Informationen über die Art der Erreger erhielten, die möglicherweise verwendet werden würden, und wie eine Masseninfektion verhindert werden könne. Die Furcht vor der Verwendung von B- und C-Waffen bei Anschlägen ist seit den Attentaten in den USA am 11. September gestiegen.

Nabarro sagte, denkbar sei der Einsatz von Erregern des Milzbrandes, des Botulismus und der Pocken. Es spreche einiges dafür, dass Pockenerreger benutzt würden, sagte der Brite. Zwar wisse er nicht, wie gut seine Heimat gegen solche Anschläge geschützt sei, doch er sei sich sicher, dass man sich in Großbritannien intensiv damit beschäftige. Er nehme an, dass die Vorbereitungen auf einen solchen Fall weiter gediehen seien als den meisten Menschen bewusst sei.

In der Bevölkerung herrscht Alarmstimmung

Nabarro sagte, in der amerikanischen Bevölkerung herrsche Alarmstimmung, insbesondere seit berichtet worden sei, es

könnten für die Verbreitung von Krankheitserregern landwirtschaftliche Sprühflugzeuge verwendet werden. US-Justizminister John Ashrcoft hatte am Vorabend bestätigt, dass sich im Zusammenhang mit den Anschlägen verdächtige Personen in den USA für Sprühflugzeuge für Schädlingsbekämpfungsmittel interessiert hätten und Hinweise für geplante Anschläge damit vorlägen.

Nabarro sagte, er wisse nicht, wie leicht es wäre, einen Anschlag großen Stils in einem westlichen Land zu verüben. Aber eben weil die WHO nicht genau wisse, wie die Kampfstoffe eingesetzt werden könnten, rate sie, "die Risiken ernst zu nehmen und zur Kenntnis zu nehmen, dass dies vielleicht viel einfacher ist als der Einsatz anderer Arten potenzieller terroristischer Waffen". Darum wäre es seiner Meinung nach unklug, sich solche Anschläge nicht wenigstens vorzustellen und sich so intensiv wie möglich darauf vorzubereiten.

Nachfrage nach Gasmasken und Schutzkleidung seit den Anschlägen massiv gestiegen

In Großbritannien wurden Medienberichten zufolge seit den Anschlägen sehr viel mehr Gasmasken und Schutzkleidung verkauft als sonst. Das Institut für Volksgesundheit, PHLS, schätzte das Risiko eines Anschlages mit biologischen und chemischen Kampfstoffen in der vergangenen Woche als sehr gering ein. Es würden aber die Notfallpläne überprüft, die nach dem Anschlag in der Tokioter U-Bahn mit dem Nervengas Sarin im Jahre 1995 ausgearbeitet wurden. Im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität in den USA als Ergebnis einer Untersuchung berichtet, in mindestens zehn Staaten bestehe die Möglichkeit biologische Waffen herzustellen.

Am 11. September hatten Luftpiraten Passagierflugzeuge ins World Trade Center in New York und ins US-Verteidigungsministerium bei Washington gesteuert. Vermutlich sind mehr als 7000 Menschen ums Leben gekommen.

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