Furcht vor langem Krieg
Nervöse Anleger beherrschen die Wall Street

Schwache US-Verbraucherdaten sowie die Furcht der Anleger vor einem längeren Krieg gegen Irak haben die US-Aktienbörsen am Freitag belastet. Händler sagten, die Investoren sorgten sich um die Folgen eines langen Krieges für die US-Wirtschaft und die Unternehmen.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones verlor zum Handelsschluss 0,7 Prozent auf rund 8146 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index fiel rund ein Prozent auf 1370 Zähler, und der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 0,6 Prozent auf 863 Punkte ein.

Kampfflugzeuge der alliierten Truppen haben am Freitag ihre Luftangriffe auf die irakische Hauptstadt Bagdad verstärkt und dabei offenbar erstmals auch schwere bunkerbrechende Bomben abgeworfen. Angesichts des härter als erwarteten Widerstands irakischer Truppen gegen die Invasionsarmee plant das US-Militär nach Angaben aus Regierungskreisen den Einsatz von weiteren 100 000 Soldaten im Irak. James Volk, Geschäftsführer bei D.A. Davidson and Co, sagte: "Es gibt keinen Grund, sich in Aktien zu engagieren, bevor wir eine Lösung in Irak bekommen, und es sieht nicht so aus, als ob es eine rasche Lösung geben wird."

Aber auch die Konjunkturdaten hätten die Stimmung der Investoren getrübt, sagten Händler. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes sank im März nach endgültigen Berechnungen der Universität Michigan zwar nicht so stark wie von Analysten erwartet. Doch erreichte der Index mit 77,6 Punkten nach 79,9 Punkten im Februar seinen niedrigsten Stand seit September 1993.

Bei sinkenden Kursen seien jedoch einige Kaufaufträge der institutionellen Investoren in den Markt gekommen, sagte er weiter. "Die Anleger kaufen in der Erwartung, dass der Markt in den nächsten Monaten nach oben geht, wenn der Irak-Konflikt erst einmal gelöst ist und die Unternehmen ihre Prognosen für das zweite Quartal wieder mit mehr Zuversicht betrachten."

Die Aktien des Nahrungsmittel- und Haushaltswarenherstellers Sara Lee büßten rund 5,9 Prozent auf 18,69 Dollar ein, die Titel der ConAgra Foods verloren rund 8,5 Prozent auf 19,65 Dollar. Händler erklärten die Verluste mit einem Bericht des "Wall Street Journal", wonach die beiden Konzerne in die der niederländischen Supermarktkette Ahold und dessen US-Tochter vorgeworfenen unseriösen Rabattabsprachen verwickelt sein sollen.

Die Aktien des weltgrößten Herstellers von Glasfaserkabeln, Corning stiegen dagegen leicht um 0,3 Prozent auf 6,0 Dollar. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es habe im Zusammenhang mit einer Reihe von Asbestklagen eine Einigung erzielt und werde im ersten Quartal eine nachsteuerliche Belastung von rund 200 Millionen Dollar verbuchen.

Die Aktien des Software Manugistics Group-Herstellers verloren rund 11,7 Prozent auf 2,41 Dollar. Das Unternehmen hatte zuvor einen deutlich höheren Nettoverlust für das vierte Quartal ausgewiesen und dies mit Abschreibungen und der schwachen Nachfrage begründet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Milliarden Aktien den Besitzer. 1747 Werte legten zu, 1463 gaben nach und 203 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,3 Milliarden Aktien 1438 im Plus, 1620 im Minus und vier unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 99-25/32. Sie rentierten mit 3,90 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 7/32 auf 106-27/32 und hatten eine Rendite von 4,92 Prozent.

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