Furcht vor mehr Arbeitslosigkeit
Frostige Stimmung im Einzelhandel Ost

Die Stimmung der deutschen Einzelhändler hat sich im November leicht verbessert. Allerdings ist die Lage in Ost und West sehr unterschiedlich: In den alten Bundesländern zeigt sich ein deutlicher Aufwärtstrend während die Einschätzungen aus den neuen Ländern einen historischen Tiefstand erreicht hat. Das ist das Ergebnis einer monatlichen Umfrage unter 500 Einzelhändlern.

beb KÖLN. Der BBE-Index des Einzelhandelsklimas für Deutschland insgesamt stieg um 3 auf 86,20 Punkte. Mit 60,43 (Oktober: 70,43) Zählern erreicht der Index dagegen in Ostedeutschland einen absoluten Tiefpunkt. Dort schätzen 94 % der Händler die Branchensituation "mittelmäßig" bis "sehr schlecht" ein. Für 87 % gilt diese Beurteilung auch für das eigene Unternehmen.

Ursache der schlechten Stimmung im Osten war vor allem der Umsatzrückgang im Oktober. Mehr als die Hälfte der Händler mussten Erlösrückgänge hinnehmen. Ein weiterer Grund ist die Furcht vor steigender Arbeitslosigkeit, wodurch Kaufkraft und Konsumfreude der Verbraucher stark eingeschränkt werden. So rechnen 85 % der ostdeutschen Händler mit einer "schlechten" bis "sehr schlechten" Arbeitsmarktentwicklung. Zudem gehen 57 % davon aus, dass sich die Konjunktur in den kommenden Wochen verschlechtern wird. Immerhin hat aber die Arbeitsmotivation der meisten Mitarbeiter (57 %) noch nicht unter der gedämpften Stimmung gelitten.

Pessimisten weiterhin in der Überzahl

In Westdeutschland hat sich der Index im November dagegen um 6 auf 93,98 Punkte verbessert. Allerdings signalisiert dieser Wert, dass die Pessimisten weiterhin in der Überzahl bleiben. Denn erst bei einem Stand von 100 halten sich Optimisten und Pessimisten die Waage.

In den alten Ländern ist das Geschäft im Oktober nicht ganz so drastisch eingebrochen wie im Osten. Nur 40 % der Händler verzeichneten Erlösrückgänge. Dagegen konnten fast genauso viele (38 %) teilweise sogar deutlich höhere Umsätze als im Vorjahr erzielen. Die Zukunftsaussichten sind dagegen düster: Jeder Zweite rechnet mit Umsätzen auf Vorjahresniveau. In Deutschland erwarten 44 % der Befragten sinkende Gewinne.

Rezepte für mehr Konsum werden unterschiedlich beurteilt: 12 % setzen auf Steuersenkungen, 11 % auf Konjunkturerholung, weitere 11 % wünschen sich von der Regierung eine klare Linie sowie Stabilität, 9 % auf weniger Arbeitslose.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%