Furcht vor neuem Terror
Schiff mit 680 Tonnen Sprengstoff beschlagnahmt

Griechische Spezialeinheiten haben am Sonntag ein Schiff mit 680 Tonnen TNT-Sprengstoff und einer großen Menge von Zündern beschlagnahmt. Wie der griechische Minister für Handelsschifffahrt, Giorgos Anomeritis, am Montag mitteilte, stand der Frachter auf einer "Schwarzen Liste" der internationalen Sicherheitsbehörden. Er ließ zunächst offen, ob der Fall einen terroristischen Hintergrund hat.

HB/dpa ATHEN. Die Art und Weise, mit der sich die "Baltic Sky" auf See bewegt habe, deute auf mögliche Verbindungen zum Terrorismus hin, sagte der Minister später im Fernsehen. "Die Menge des Sprengstoffes könnte wie eine Atombombe wirken. Die Untersuchung geht weiter. Wir schließen nichts aus", sagte er weiter.

Wie griechische Medien am Montagabend weiter berichteten, habe die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die siebenköpfige Besatzung des Schiffes erhoben wegen illegalen Besitzes und Transport von Sprengstoff. Die fünf Männer aus der Ukraine und zwei aus Aserbaidschan wären dazu verpflichtet gewesen, den Transport der gefährlichen Ladung den Behörden zu melden. Auch gegen den unbekannten Auftraggeber des Transports sei Anklage unter anderem wegen Handels mit Sprengstoff erhoben worden, hieß es. Das Schiff sei auf den Komoren registriert und gehöre der Gesellschaft Alpha- Shipping, die auf den Marshallinseln im Pazifik ihren Sitz habe.

"Das Schiff sollte ursprünglich in den Sudan fahren. Empfänger war eine Briefkasten-Firma in der Hauptstadt Khartum", erläuterte der Minister. Diese Firma habe nicht existiert. Aus diesem Grund hätten die Behörden die Route des Schiffes noch genauer beobachtet: Die "Baltic Sky" sei Ende April in Albanien gestartet. Am 12. Mai habe der Frachter dann in Tunesien möglicherweise den Sprengstoff geladen. Er fuhr anschließend nach Istanbul weiter und bewegte sich seit dem 2. Juni im Raum des Ionischen Meeres westlich von Griechenland. In der Nähe des kleinen Hafens Astakos nach Eindringen in griechische Hoheitsgewässer wurde das Schiff in der Nacht zum Montag gestoppt. Zur Zeit wird es dort von Spezialeinheiten durchsucht.

Die 680 Tonnen Sprengstoff sind nach den Worten des Ministers "die größte Menge, die bislang im Mittelmeer sichergestellt werden konnte". Die Abkürzung TNT steht für den chemischen Sprengstoff Trinitrotoluol. Er wird seit Ende des Ersten Weltkrieges vom Militär für Granaten und Bomben verwendet und heute modernen Sprengstoffen oft beigemischt, um die Detonationskraft zu erhöhen. Außerdem kann TNT im Straßen-, Tunnel- und Bergbau eingesetzt werden. Er gilt als leicht zu handhaben.

Nach mehreren Terroranschlägen in Nordafrika wächst in der Region die Furcht vor neuem Terror. Im Mittelmeer sind derzeit fünf NATO - Fregatten speziell im Kampf gegen den internationalen Terrorismus im Einsatz. Die NATO hatte ihre Mittelmeerflotte im Febraur angewiesen, Handelsschiffe aus Mitgliedsländern vor allem in der Straße von Gibraltar zu schützen.

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