Furcht vor schwache US-Daten stützen Euro weiter
Dollar in der Defensive

Die Furcht vor schwachen US-Konjunkturdaten hat den Euro Händlern zufolge am Mittwochvormittag zum Dollar weiter gestützt. Besonders die Sorge um einen möglichen Rückgang des amerikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal halte den Dollar in der Defensive, sagte ein Analyst.

Reuters FRANKFURT. Der Euro erhielt Händlern zufolge zudem Rückenwind durch Aussagen von EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing, die der Markt als Hinweis auf künftige, möglicherweise stärker als erwartete Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgelegt habe. Händler wiesen aber auch auf das anhaltende Misstrauen des Marktes gegenüber dem Euro hin. Auch der Yen profitierte Händlern zufolge von den US-Konjunktursorgen, allerdings bremse die Aussicht auf eine Intervention der japanischen Notenbank den Anstieg des Yen.

Gegen 11.45 Uhr MESZ kostete der Euro 0,9048/50 $ nach einer letzten Notiz am Vorabend in New York mit 0,9044/48 $. Zur japanischen Währung wurde die US-Valuta mit 121,73/77 (121,96/04) Yen gehandelt.

Analysten zufolge lastete die Erwartung weiterer schwacher US-Konjunkturdaten auf dem Dollar. Besonders die für Mittwoch anstehenden Zahlen zum Wirtschaftswachstum in den USA im dritten Quartal und der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für Oktober am Freitag würden mit Spannung erwartet. "Die Leute haben Angst vor einer schrecklichen BIP-Zahl nach den jüngsten Schocks", sagte Rob Hayward von ABN Amro. "Sie schauen auch nach vorne auf die Arbeitsmarktzahlen dieser Woche und das hält den Dollar in der Defensive." Volkswirte prognostizieren einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal mit einer auf das Gesamtjahr hochgerechneten Rate von 1,0 % und einen Anstieg der Arbeitslosenrate im Oktober auf 5,2 % nach 4,9 % im September.

Händler warnen vor zu großen Hoffnungen

Den Euro stützten Händlern zufolge auch Aussagen von EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing. Issing hatte am Dienstagabend gesagt, die EZB werde schnell und kräftig handeln, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen sei. Händlern zufolge schürte diese Aussage die Spekulationen im Markt, die EZB könnte bei ihrem Ratstreffen kommende Woche die Leitzinsen sogar um 50 Basispunkte senken. "Niedrigere Zinsen in der Euro-Zone sollten gut für den Euro sein, aber das Kurspotenzial ist begrenzt, da eine Zinssenkung Anfang November eingepreist ist", sagte Ryan Shea von Bank One.

Händler warnten davor, zu große Hoffnungen in deutliche Kursgewinne des Euro zu setzen. Dass sich die Gemeinschaftswährung am Dienstag nach dem Absturz des US-Verbrauchervertrauensindex des Conference Board nicht über 0,91 $ halten konnte, zeigt Händlern zufolge das Misstrauen des Marktes gegenüber dem Euro und die Neigung der Anleger, Gewinne beim ersten Anzeichen von Schwäche mitzunehmen.

Auch der Spielraum für mögliche Kursgewinne des Yen ist Analysten zufolge begrenzt. Die japanische Währung könnte zum Dollar zwar in nächster Zeit die Marke von 121 Yen antesten, deutlichere Gewinne seien aber unwahrscheinlich, da der Markt immer mit einer Intervention der japanischen Notenbank rechne. Die japanische Regierung hat in jüngster Zeit immer wieder klargestellt, dass sie eine Aufwertung des Yen nicht wünscht, da dies den Exporten des Landes schaden würde.

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