Furcht vor wirtschaftlichen Schäden
Dax leidet unter den Metaller-Streiks

Die Furcht der Anleger vor den wirtschaftlichen Schäden eines streikbedingten Stillstandes in der ostdeutschen Metallindustrie haben am Montag die Aktien der betroffenen Automobilfirmen und den deutschen Aktienmarkt insgesamt belastet.

Reuters FRANKFURT. Deutschlands wichtigster Börsen-Index, der Dax, schloss 1,62 % tiefer bei 3186,39 Punkten, nachdem er in der vergangenen Woche noch über zwei Prozent zugelegt hatte. Wegen der schwachen US-Börsen konnten auch die anhaltenden Hoffnungen der Anleger auf eine Zinssenkung der US-Notenbank die Einbußen nicht begrenzen. Die große Mehrheit der Börsianer rechnet für Mittwoch mit einer Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten zur Stimulierung der weltgrößten Volkswirtschaft.

Im Mittelpunkt des deutschen Handels standen aber die Automobil-Produzenten. So büßten die Anteilsscheine von Volkswagen 2,61 % auf 35,01 ? ein. BMW-Scheine verloren 1,58 % auf 31,84 ?. "Ich rechne bei BMW damit, dass es bei einem länger andauernden Streik zu erheblichen Gewinneinbußen kommen kann", sagte der Analyst Hendrik Emrich von der Berenberg Bank. Zu Beginn der vierten Streikwoche in der ostdeutschen Metallbranche ist auch die Autoproduktion im Westen wegen ausbleibender Lieferungen aus dem Osten ins Stocken geraten. Die IG Metall kämpft für die Einführung der 35-Stunden-Woche.

Unter Druck gerieten an der Börse zudem die Aktien der Versicherer Allianz und Münchener Rück, die sich um 5,26 beziehungsweise 3,09 % verbilligten. Händler erklärten dies mit den Nachwirkungen des großen Verfallstermins an den Terminmärkten am vergangenen Freitag, als beide Werte noch kräftig zugelegt hatten. Nun verkauften die Anleger ihre Papiere wieder. An Verfallsterminen laufen an der Terminbörse Eurex Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus. Anleger versuchen an diesen Terminen traditionell, die Kurse der Papiere, auf die sie Derivate halten, in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen. Das führt an den Tagen um den Verfallstermin stets zu starken, kurzfristigen Kursschwankungen.

In Frankfurt schloss zudem der Nebenwerte-Index MDax 1,06 % im Minus bei 3489,25 Punkten. Der Technologie-Index TecDax gab 2,03 % auf 424,10 Zähler nach. In den USA tendierten die Märkte zum Handelsschluss in Frankfurt ebenfalls schwächer.

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