Furukawa plant weitere Stellenstreichungen bei Lucent
Furukawa drückt Kaufpreis der Lucent-Glasfasersparte

Der japanische Hersteller von Glasfaser-Komponenten Furukawa übernimmt die verlustreiche Glasfaser-Sparte des US-Telekomausrüsters Lucent zu einem geringeren Preis als ursprünglich vereinbart.

Reuters TOKIO. Der abgeschlossene Vertrag sehe einen Kaufpreis von 2,3 Mrd. US-$ vor, teilte Furukawa am Freitag in Tokio mit. Das sind 225 Mill. US-$ weniger als bei der Bekanntgabe der Pläne im Juli. Furukawa zahle Lucent 2,127 Mrd. US-$ in bar, hieß es weiter. Der Rest werde vom Partner der Japaner bei dieser Transaktion, Comm-Scope, in bar und Aktien aufgebracht. Konzern-Chef Junnosuke Furukawa kündigte außerdem weitere Stellenstreichungen an.

Im Juli hatten sich Furukawa, Comm-Scope und der US-Glasfaserkabel-Hersteller Corning auf eine Übernahme der Lucent-Glasfasersparte für insgesamt 2,75 Mrd. US-$ geeinigt. Corning übernimmt der Vereinbarung zufolge für 225 Mill. US-$ in bar unter anderem die Lucent-Anteile an zwei Gemeinschaftsunternehmen in China.

Analysten bleiben skeptisch

Analysten äußerten sich trotz des reduzierten Kaufpreises skeptisch, ob Furukawa angesichts des schwachen Glasfaser-Marktes kurzfristig mit der übernommenen Sparte eine Rendite erwirtschaften könne. Bei einer Erholung seien die zukünftigen Renditen aber hoch, sagte Takashi Murata, Analyst bei Daiwa Securities.

Konzern-Chef Furukawa verwies darauf, dass der Markt für Komponenten von Glasfaserkabeln traditionell einige Monate vor dem für Glasfaserkabel anziehe. "Wir hoffen, dass sich der Markt für Glasfaserkabel-Komponenten ab April erholen wird", fügte er hinzu. Im August hatte Furukawa gesagt, es werde drei Jahre dauern, bis die übernommene Sparte deutliche Gewinne abwerfe. Zum Einfluss der Akquisition auf das Furukawa-Ergebnis wollte er sich damals nicht äußern.

Furukawa will noch mehr Stellen abbauen

Furukawa zufolge sollen in der von Lucent übernommenen Glasfaser-Sparte mehr Stellen abgebaut werden als die bereits von Lucent angekündigten 45 %. Details nannte er nicht. Lucent hat im Rahmen seiner Restrukturierung in den vergangenen Monaten mehrere Unternehmensbereiche verkauft oder geschlossen. Insgesamt soll den Plänen zufolge knapp die Hälfte der zu Jahresbeginn 106 000 Arbeitsplätze wegfallen. Nach eigenen Aussagen will der Konzern im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehren. Mit einer Erholung des Marktes werde aber erst für 2003 gerechnet.

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