Fusion der genossenschaftlichen Spitzeninstitute – Grundsatzvereinbarung unterzeichnet
GZ-Verschmelzung erfolgt rückwirkend auf die DG Bank

Die beiden genossenschaftlichen Zentralinstitute DG Bank und GZ-Bank haben in einer Grundsatzvereinbarung (Memorandum of Understanding) die Eckpunkte für ihre geplante Fusion festgelegt. Dienstag tagt der Aufsichtsrat der DG Bank, um die Vereinbarung abzusegnen.

FRANKFURT/M. Die Fusionspläne der beiden genossenschaftlichen Zentralbanken nehmen konkrete Gestalt an: DG und GZ-Bank haben das ehrgeizige Ziel, rückwirkend zum 1. Januar 2001 zu fusionieren. Dies ist einer der Eckpunkte, die in der am vergangenen Donnerstag von den Vorständen beider Institute unterzeichneten Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding", MoU) festgehalten sind. Die Vereinbarung muss nun noch von den Aufsichtsräten der beiden Institute abgesegnet werden. Bei der DG Bank findet die Sitzung am morgigen Dienstag statt, das Gremium der GZ-Bank tagt am 27. März.

Ziel ist es, die GZ-Bank auf die DG Bank zu verschmelzen. Dies sei auf Grund der Größenverhältnisse logisch, hieß es aus Kreisen der genossenschaftlichen Zentralbanken. Mit einer Bilanzsumme von 243 Mrd. Euro per 31.12. 1999 - die 2000er Zahlen werden morgen dem Aufsichtsrat präsentiert - ist die DG Bank deutlich größer als die GZ-Bank mit 147 Mrd. Euro per 31.12. 2000 .

Personalentscheidungen sind in der Absichtserklärung noch nicht enthalten und sollen Thema der morgigen DG-Aufsichtsratssitzung sein. Da es keinen Gegenkandidat zu Ulrich Brixner gebe, sei davon auszugehen, dass der GZ-Bank-Chef auch das neue Institut leiten werde, hieß es aus Verbundkreisen. Alles andere ließe sich auch schwer verkaufen, nachdem DG-Bank-Chef Bernd Thiemann vor kurzem seinen Rücktritt erklärte, um Personaldiskussionen vorzubeugen und den Fusionsprozess zu beschleunigen.

Der organisatorische Aufbau des neuen Instituts laufe auf die Struktur der DG Bank hinaus, war aus Bankenkreisen zu hören. Diese hatte sich Anfang Februar von ihrer alten Matrix-Organisation verabschiedet und in vier Divisionen aufgestellt. Hier sind das Zentralbankgeschäft, das Investment-Banking, das Mittelstands-Geschäft sowie IT- und Serviceleistungen gebündelt. Die sieben Säulen der GZ-Bank, die von je her divisional aufgestellt war, seien ohne größere Probleme anzupassen, sagte ein Banker.

Dem MoU zufolge werden beide Institute ihren Namen verlieren. In genossenschaftlichen Bankenkreisen hieß es, der künftige Name werde sich eng an den Namen der DG Bank Anfang der 70er Jahre anlehnen. Bevor das Gesetz vom 22. Dezember 1975 der DG Bank ihren Namen gab, hieß das Spitzeninstitut Deutsche Genossenschaftskasse (DGK).

Nach Zustimmung der Aufsichtsräte müssen Wertgutachten für beide Häuser erstellt werden, um die Umtauschverhältnisse festlegen zu können. Die beauftragten Prüfer sind Deloitte & Touche, ehemals Wedit, sowie die Deutsche Revision PWC. Ein Scheitern der Fusion an der Bewertungsfrage hatte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Christopher Pleister, vor Wochen bereits ausgeschlossen.

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