„Fusion hätte Aktionären mehr gebracht“
Analysten sehen keinen Mehrwert für Commerzbank

po FRANKFURT/M. Analysten und Fondsmanager bezweifeln, dass eine höhere Kapitalverflechtung mit Generali oder BSCH der Commerzbank strategisch nutzen werde. Sie sehen darin fast ausschließlich eine Abwehrmaßnahme gegen den ungeliebten Großaktionär Cobra und befürchten eine Verwässerung des Aktienkurses durch die Kapitalerhöhung.



"Mit einer Fusion wären die Aktionäre besser bedient gewesen. Ein Zusammengehen mit der Dresdner Bank hätte zu einem Mehrwert geführt," sagte John Leonard von Schroder Salomon Smith Barney in London. Die Kapitalerhöhung um 2 Mrd. Euro sei zudem mehr als die Commerzbank zur Vertiefung der Partnerschaften brauche, sagte er.



In seinen Augen profitieren die Aktionäre der Generali wesentlich mehr als die Streubesitz-Anteilseigner der Commerzbank. Eine Ausweitung des Marktanteils im Versicherungsgeschäft in Deutschland durch die engere Zusammenarbeit der Commerzbank mit der Generali-Tochter Aachener und Münchener Beteiligungs AG AMB, Münster, sei für die Italiener positiv. Allerdings begrüßt Leonard die anstehende Übernahme der CC-Bank durch die Commerzbank: "Das macht Sinn. Die CC-Bank verfügt über ein starkes Kreditkartengeschäft in Deutschland und ist auch sonst eine gute Addition zur Commerzbank. Eine Beurteilung des endgültigen Nutzens hängt allerdings vom zu zahlenden Preis ab."



Derek Chambers, Analyst von HSBC in London, steht der stärkeren Kapitalverflechtung pessimistisch gegenüber: "Die Partner könnten Mehrwert aus der Kooperation schaffen. Allerdings ist bislang nicht zu erkennen, wo sich viel ändert wird. Ein reiner Aktientausch schafft nicht zwangsläufig einen Mehrwert", sagte Chambers.



Olaf Conrad von Credit Suisse First Boston zeigte sich in einer ersten Reaktion nicht weiter überrascht. Sowohl die 2 Mrd. Euro Kapitalerhöhung als auch die jeweils 10 % von Generali und BSCH hätte man schon des öfteren gehört.

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