Fusion mit ACG kein Thema
CE Consumer sieht anziehende Nachfrage

Der Münchener Chip-Broker CE Consumer Electronics sieht im krisengeschüttelten Halbleitermarkt nach Worten seines designierten Vorstandschefs Peter Bohn eine steigende Nachfrage. Einen weiteren Anstieg der Rohertragsmarge schließt der vor einem Jahr zu CE gewechselte Manager für das vierte Quartal nicht aus.

Reuters MÜNCHEN. "Wir sehen eine Verbesserung im Markt", sagte Bohn am Mittwoch im Interview mit Reuters in München. Die Talsohle sei in den letzten Monaten erreicht worden, nun steige die Nachfrage wieder stetig. Bohn bestätigte die bisherige Prognose des Unternehmens, wonach im vierten Quartal vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) eine schwarze Zahl stehen soll. Erneute Wertberichtigungen wie im zweiten Quartal, als das Unternehmen gut 51 Millionen Euro Verlust geschrieben hatte, seien ausgeschlossen. Bohn kündigte an, CE werde die Coporate Governance-Regeln fast ausnahmslos im Unternehmen einführen.

2003 wieder Gewinne angestrebt

Falls die zuletzt positive Entwicklung anhalte, bestehe die Chance, die Rohertragsmarge im vierten Quartal weiter zu steigern, sagte Bohn. Im dritten Quartal war sie bereits auf elf Prozent nach 9,6 Prozent im Vorquartal geklettert. "Unsere Zielsetzung ist es definitiv, Gewinne zu bringen", sagte Bohn mit Blick auf das kommende Jahr, betonte aber, angesichts der Unwägbarkeiten im Markt sei es für eine Prognose zu früh. 2002 werde CE Consumer aber wie angekündigt noch ein Minus in zweistelliger Millionenhöhe ausweisen.

Durch die Einführung der Regeln für eine transparente und aktionärsfreundliche Unternehmensführung erwartet CE nach Worten des zum Jahresende nur noch als Berater tätigen Gründers Erich Lejeune positive Auswirkungen auf den Aktienkurs. CE habe schon immer für Offenheit gestanden und wolle damit ein positives Signal für die Kapitalmärkte setzen. "CE ist ein Unternehmen, das verlässliche Zahlen bringt", sagte Lejeune. "Wir sind ein Unternehmen das nichts zu verstecken hat - rein gar nichts." Lediglich auf die persönliche Haftung der Vorstände und die Offenlegung ihrer Einzelgehälter wolle CE verzichten.

Fusion mit ACG kein Thema

Bohn war im November vom ebenfalls am Neuen Markt notierten Rivalen ACG nach München gewechselt und hatte von Lejeune im Juli die operative Verantwortung übernommen. Dieser will entgegen ursprünglichen Plänen nun vorerst doch nicht in den Aufsichtsrat wechseln, um einen Interessenkonflikt, mit seiner Beratertätigkeit zu vermeiden. "Ich hätte im Aufsichtsrat nicht genügend gestaltend wirken können", sagte Lejeune.

Eine Fusion mit seinem einstigen Arbeitgeber ACG schloss Bohn zum jetzigen Zeitpunkt definitiv aus. "Das ist ein schöner Partner", sagte er. "Aber das ist zur Zeit kein relevantes Thema - beide Unternehmen haben noch Hausaufgaben zu machen.

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