Fusion mit DAB oder Consors nicht ausgeschlossen
Commerzbank schließt Verlust für Gesamtjahr nicht aus

Der Vorstandssprecher der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, schließt einen Verlust der Bank für das Gesamtjahr 2001 nicht mehr aus, hält aber an der Zahlung einer Dividende fest.

Reuters BERLIN. "Ich kann einen Verlust zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen. Dafür ist das gesamte Umfeld zu unklar", sagte Müller in einem vorab veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". Die Ankündigung einer Dividende zeige aber, dass er zuversichtlich sei. Bislang hatte die Commerzbank zwar für das dritte Quartal 2001 einen Verlust angekündigt, dies für das Gesamtjahr aber ausgeschlossen.

Müller betonte in dem Interview zudem, dass sich die Commerzbank derzeit weder in Übernahmegesprächen befände, noch an ihnen interessiert sei. "Ich kann doch unseren Aktionären unmöglich empfehlen, zum Kurs von 18 Euro ihre Anteilsscheine zu verkaufen", sagte er. Obwohl die Commerzbank immer wieder als Übernahmeobjekt gehandelt worden sei und trotz des derzeitigen niedrigen Börsenwerts, sei das Geldhaus dennoch kein Übernahmekandidat. "Für ausländische Banken ist der deutsche Markt wenig interessant, weil die Gewinnmargen zu niedrig sind", sagte Müller.

Zu dem vor gut einem Monat gescheiterten Zusammenschluss mit der italienischen Bank Unicredito sagte Müller, dass niemand die Vision der Fusion verstanden habe. "Es war ein europäisches Konzept und nicht nur der Zusammenschluss zweier Banken." Der Plan habe auch einen dritten Partner vorgesehen. "Wir wussten genau, wen wir noch an den Verhandlungstisch bitten würden. Wir konnten uns sehr sicher sein, dass eine weitere Bank bald dazustoßen würde", sagte Müller. Die Gespräche zwischen der Commerzbank und Unicredito waren Mitte September wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Bewertung beendet worden. Es habe zu große Differenzen über die Preise beim Aktientausch gegeben.

Auf die Frage, ob ein inländischer Zusammenschluss mit der Hypovereinsbank nicht sinnvoller für die Commerzbank wäre, sagte Müller in dem Interview mit "Die Welt": "Wenn das der Fall wäre, würde ich ganz sicher nicht darüber reden." Bei einer solchen Fusion würden zudem auf einen Schlag mehr als 6 000 bis 7 000 Arbeitsplätze vernichtet. Außerdem stelle sich die Frage, ob nur zwei deutsche Großbanken für Deutschland wirklich gut wäre.

Fusion mit DAB oder Consors nicht ausgeschlossen

Eine Konsolidierung der deutschen Onlinebanken hielt Müller aber für wünschenswert. "Es stimmt, dass der deutsche Markt in diesem Sektor überbesetzt ist. Es muss unter den großen drei bis fünf Online-Brokern eine Konsolidierung geben - auch um europäisch weiter expandieren zu können", sagte er. Ob die Commerzbank dabei an eine Fusion ihrer Internettochter Comdirect mit Consors oder der Direkt Anlage Bank (DAB) denke, wollte Müller nicht sagen. Eine Reintegration von Comdirect schloss er aber aus. "Das wäre eine der schlechtesten Lösungen", sagte er.

Bei den Gesprächen zur Fusion der Hypothekenbanken von Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank seien noch einige Fragen, vor allem bei der Bewertung offen, sagte Müller weiter. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir uns bald einigen."

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