Fusion perfekt
Neuer Pharma-Konzern Glaxo-Smith-Kline gestartet

Die Aktien der Glaxo-Smith-Kline notierten bei ihrem Debüt an der Londoner Börse unter dem Glaxo-Wellcome-Schlusskurs vom Freitag.

Reuters LONDON. Nach mehrjährigem Anlauf haben die britischen Pharma-Konzerne Glaxo Wellcome und Smith-Kline Beecham am Mittwoch ihre Fusion zum neuen Branchenprimus endgültig perfekt gemacht. Die Aktien der Glaxo-Smith-Kline notierten bei ihrem Debüt an der Londoner Börse unter dem Glaxo-Wellcome-Schlusskurs vom Freitag. Die beiden Unternehmen hatten am 17. Januar 2000 ihre Fusionspläne offiziell bekannt gegeben. Bedenken der US-Wettbewerbshüter hatten den ursprünglich für Mitte dieses Jahres geplanten Zusammenschluss mehrfach verzögert. Vor drei Jahren hatten die Pharma-Hersteller bereits einen ersten Fusionsversuch unternommen, der allerdings gescheitert war.

"GlaxoSmithKline hat sich gut positioniert, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen, sagte Jean-Pierre Garnier, ehemaliger Smith-Kline-Chef und jetzt Vorstandsvorsitzender des fusionierten Konzerns. Das neue Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge über 100 000 Mitarbeiter und verfügt über ein jährliches Entwicklungsbudget von 2,3 Mrd. Pfund.

Nummer Eins der Pharma-Branche

Die Anteilsscheine der Glaxo-Eigner wurden im Rahmen der Verschmelzung im Verhältnis eins zu eins umgetauscht, während die SmithKline-Aktionäre für jedes ihrer Papiere 0,4552 Titel des fusionierten Konzerns erhielten. Basierend auf den Schlusskursen vom Freitag liegt die Marktkapitalisierung von Glaxo-Smith-Kline bei 114 Mrd. Pfund (rund 355 Mrd. DM). Der neue Konzern ist nach Marktanteilen weltweit die Nummer eins in der Pharma-Branche.

Bei ihrem Debüt an der Londoner Börse starteten die Glaxo-Smith-Kline-Aktien am Mittwoch schwächer in den Handel. Die Papiere notierten im frühen Geschäft zeitweise bei 18,10 Pfund um rund zwei Prozent unter dem Freitags-Schlusskurs der Glaxo-Wellcome-Titel.

Aktienkurse im Jahresverlauf zurückhaltend

Die Aktienkurse von Glaxo und Smith-Kline lagen im bisherigen Jahresverlauf um zwölf Prozent unter denen der europäischen Konkurrenz. Hintergrund waren Sorgen über die Qualität der Produktentwicklung und damit auch über die Wachstumsaussichten des neuen Konzerns. So musste Glaxo beispielsweise im vergangenen Monat das Präparat "Lontronex" wegen starker Nebenwirkungen vom Markt nehmen. Experten hatten für das Mittel einen Umsatz von einer Milliarde $ jährlich prognostiziert.

Die Produktnachrichten im ablaufenden Jahr seien weder für Glaxo noch für Smith-Kline gut gewesen, sagte Peter Cartwright, Branchenanalyst bei Williams de Broe. Diese Tatsache sei zwar in jüngster Zeit überbetont worden, entscheidend für den Erfolg des fusionierten Unternehmens bleibe aber der Erfolg oder Misserfolg neuer Produkte. In Branchenkreisen hieß es, dass Glaxo-Smith-Kline für Februar einen "Tag der offenen Tür" in ihrer Entwicklungsabteilung plane, bei dem Analysten und Investoren die Gelegenheit gegeben werden solle, einen Blick auf neue Produkte zu werfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%