Fusion
SKW-Aktionäre machen Weg für Fusion mit Degussa-Hüls frei

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung der SKW Trostberg votierten am Dienstag 99,95 Prozent des anwesenden Grundkapitals für die Fusion.

dpa MÜNCHEN. Die Aktionäre der SKW Trostberg haben den Weg für den Zusammenschluss mit Degussa-Hüls zum größten Spezialchemie- Konzern der Welt endgültig frei gemacht. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung votierten am Dienstag in München 99,95 Prozent des anwesenden Grundkapitals für die Fusion. Damit gibt die SKW Trostberg nach 92 Jahren ihre Eigenständigkeit auf. Die Aktionäre der Degussa-Hüls AG hatten bereits am Freitag grünes Licht gegeben für die Fusion.

SKW-Chef Dieter Poech hatte zuvor bei den gut 1 000 Aktionären für den Zusammenschluss geworben. Alleine würden die beiden Unternehmen nach seiner Einschätzung «in den nächsten Jahren im internationalen Wettbewerb deutlich zurückfallen». Gemeinsam könne man dagegen die Konsolidierung der Branche entscheidend mitgestalten.

Die neue Degussa AG (Düsseldorf) geht mit einem Umsatz von 14 Milliarden Euro und einem Vorsteuergewinn von 680 Millionen Euro an den Start. Ziel sei ein "nachhaltiges internes Wachstum von etwa fünf Prozent im Jahr" bekräftigte Poech. Akquisitionen seien in den Bereichen geplant, in denen man nicht Marktführer sei. Dies gelte für die Bereiche Gesundheit und Ernährung sowie Feinchemie.

Die neue Degussa will im Zuge des radikalen Umbaus auch rund 3 000 von 63 000 Stellen streichen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht völlig auszuschließen, sagte Poech. Das Synergiepotenzial von jährlich 50 Millionen Euro solle bis Ende 2002 realisiert werden. Die Umsatzrendite solle bezogen auf das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen in Zukunft bei 20 Prozent liegen.

Auch die Kleinaktionärsvereinigungen begrüßten trotz einiger Kritikpunkte die Fusion. «Angesichts der Globalisierung und der Konzentration der Märkte ist das der richtige Schritt», sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die SKW-Aktionäre müssten aber "einige bittere Pillen schlucken". So werde der Traditionsname SKW Trostberg aufgegeben, und der Synergieeffekt bei dem Zusammenschluss sei äußerst gering.

SKW Trostberg könne angesichts neuer Rekordmarken bei Umsatz und Gewinn selbstbewusst in die Fusion gehen, sagte Poech. Im ersten Halbjahr steigerte der Konzern den Umsatz vor allem durch Akquisitionen um 27 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Goodwill-Abschreibungen legte von 175 auf 209 Millionen Euro zu.

E.ON-Chef Wilhelm Simson bekräftigte, der E.ON-Konzern werde an der Chemie festhalten. Der Düsseldorfer Konzern wolle seine Beteiligung von gut 64 Prozent an der neuen Degussa AG nicht reduzieren. "Die Chemie ist eine der beiden tragenden Säulen und wird es auch für eine ganze Zeit bleiben." Kleinaktionäre sprachen sich für einen Teilrückzug des Konzerns aus, um den Streubesitz zu erhöhen. Die Degussa-Aktie werde so für Investoren attraktiver. Bergdolt bemängelte zudem, dass es kein Barabfindungsangebot für SKW - Aktionäre gegeben habe. Sie erhalten bei der Verschmelzung für 22 SKW-Aktien jeweils fünf Degussa-Papiere.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%