Fusion steht bevor
Kontron Embedded verzeichnet Gewinn- und Umsatzrückgang

Die vor der Fusion mit dem Konkurrenten Jumptec stehende Kontron Embedded Computer AG will nach einem eher schwachen Auftaktquartal 2002 ihren Umsatz im Gesamtjahr kräftig steigern.

Reuters ECHING. Bei dem Umsatzziel für 2002 von rund 300 (Vorjahr: 189) Millionen Euro seien die Erlöse von Jumptec für vier Monate enthalten, sagte Kontron-Vorstandschef Hannes Niederhauser am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Quartal auf 3,4 Millionen Euro von 6,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gesunken, teilte der im Nemax50 gelistete Hersteller von Mini-Computern mit. Auch der Umsatz war mit 47 (56) Millionen Euro rückläufig.

Zuversicht trotz Konjunkturflaute

Trotz der anhaltend schwachen Weltkonjunktur gehe Kontron bereits für das zweite Quartal 2002 von einer zweistelligen Umsatzsteigerung im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres aus, hieß es weiter. Der Auftragseingang habe sich im April im Vergleich zum Vormonat bereits verbessert. Zudem solle im Gesamtjahr die Ebitda-Marge auf elf Prozent von 7,3 Prozent im ersten Quartal gesteigert werden, sagte Niederhauser.

Im ersten Quartal sank der Überschuss den Angaben nach auf 2,6 Millionen Euro von 3,9 Millionen Euro. Die Finanzkraft von Kontron habe sich zum Ende des Quartals verbessert. Der Hersteller von Mini-Computern etwa für Autos oder Waschmaschinen bezifferte die liquiden Mittel, kurzfristige Finanzanlagen und verfügbare Kredite auf 75 Millionen Euro nach 71 Millionen Euro zum Vergleichszeitpunkt des Vorjahres.

Bei dem Fusionspartner Jumptec war das erste Quartal offenbar besser verlaufen. Am Dienstag hatte das Unternehmen einen Ebitda-Anstieg von 18 Prozent auf 2,2 Millionen Euro mitgeteilt. Der Umsatz war um 27 Prozent auf 20,9 Millionen Euro gestiegen. Jumptec und Kontron wollen sich zu einem Unternehmnen mit 1400 Mitarbeitern zusammenschließen.

Analysten zuversichtlich

Analysten nahmen die Zahlen überwiegend positiv auf. Roland Pitz, Analyst bei der HypoVereinsbank in München, sagte: "Der Umsatz lag im Rahmen unserer Erwartungen, das Ergebnis war besser als erwartet." Der Ausblick von Kontron sei durchaus realistisch. "Ich bin zuversichtlich, dass Kontron seine Ziele für das Gesamtjahr erreicht, auch wenn diese ehrgeizig sind." Zunächst müsse allerdings die Fusion vollzogen werden.

Da sich Kontron und Jumptec von ihrer Geschäftstätigkeit her mehr ergänzten als überlappten, sollten sich die Synergieeffekte bald einstellen, sagte Pitz. Die Analysten von Merck Finck stuften die Kontron-Aktie hoch auf "Hold" von "Sell". Die vorgelegten Zahlen seien solide gewesen, hieß es zur Begründung. Die Kontron-Aktie verlor am Donnerstag gegen den Markttrend mehr als drei Prozent auf 7,40 Euro.

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