Fusion von Degussa-Hüls, SKW und Laporte geplant
Kaufpreis für Laporte liegt bei 4 Milliarden DM

Die vor ihrer Fusion stehenden Spezialchemie-Konzerne Degussa-Hüls und SKW Trostberg wollen für rund 4 Mrd. DM ihren britischen Konkurrenten Laporte kaufen. Die Firmen teilten am Freitag vor Börsenbeginn mit, Degussa und SKW gemeinsam böten 6,97 Pfund in bar je Laporte-Aktie.

Reuters FRANKFURT. Die beiden deutschen Unternehmen, die unter dem Dach des Mischkonzerns Eon zur neuen Degussa AG verschmolzen werden sollen, kündigten an, der Kauf solle im ersten Quartal 2001 abgeschlossen sein. Bedingung sei eine Zustimmung von mehr als 90 % des Laporte-Kapitals. Der Vorstand des britischen Unternehmens wolle den Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen.

An der Londoner Börse sprangen die Aktien von Laporte, die am Vortag bereits ein 14-Monats-Hoch erreicht hatten, im frühen Handel um weitere 15 % auf 6,83 Pfund. Degussa-Hüls verloren zunächst 1,7 % auf 35 Euro.

Bedingung ist: Keine Ausschüttung an Laporte-Aktionäre

Die Offerte wurde von der Degussa SKW Co. unterbreitet, die sich im Besitz von Tochtergesellschaften der Degussa und der SKW Trostberg befindet. Die Bedingungen für das Angebot sehen vor, dass Laporte nicht wie am 25. September angekündigt einen Betrag von 200 Mio. GBP an seine Aktionäre ausschüttet.
Das gesamte Eigenkapital von Laporte werde mit 1,36 Mrd. Pfund bewertet, teilten die Firmen mit. Unter Berücksichtigung flüssiger Mittel von rund 300 Mill. Pfund bei Laporte ergebe sich ein Unternehmenswert von rund 1,062 Mrd. Pfund oder 1,763 Mrd. Euro. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen.

Laporte sei ein führender Anbieter im wachstums- und renditestarken Bereich der Spezialchemie mit Schwerpunkt Feinchemie, hieß es. 1999 habe Laporte mit rund 2 300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 399 Mill. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 103 Mill. Pfund erwirtschaftet. "Der beabsichtigte Erwerb von Laporte stellt einen wichtigen Schritt bei der strategischen Ausrichtung der Degussa auf weltmarktführende Positionen in attraktiven Geschäftsfeldern der Spezialchemie dar", erklärten Degussa-Hüls und SKW.

20 Millionen weniger Kosten durch Synergie-Effekte Nach der für das erste Vierteljahr 2001 geplanten Fusion von Degussa-Hüls und SKW Trostberg erwarten sich die beiden Unternehmen jährliche Kosteneinsparungen von 20 Mill. Euro vor Steuern bis zum dritten Jahr nach der Übernahme von Laporte. Die einmaligen Kosten vor Steuern für die Umstrukturierung von Laporte wurden mit 24 Mill. Euro beziffert.

Aufgrund der sich ergänzenden Technologien erwarten sich Degussa-Hüls und SKW Trostberg erhebliche Synergie-Effekte. Der zusätzliche Umsatz könne nach drei Jahren bei 300 Mio. Euro liegen. Der Vorstandsvorsitzende von Degussa-Hüls, Utz-Hellmuth Felcht, sagte: "Die Übernahme von Laporte wird es der neuen Degussa ermöglichen, ihre Position als weltweit führender Anbieter von Feinchemikalien weiter auszubauen."

Der Chief Executive von Laporte, Jim Leng, und Finanzchef Michael Kayser werden das Unternehmen nach Abschluss des Integrationsprozesses verlassen. Das Unternehmen hatte im November seine Nicht-Spezialchemie-Aktivitäten zum Preis von 823 Mill. Pfund veräußert. Damit setzt sich der Umsatz von Laporte nun zu einem Drittel aus Feinchemie-Produkten und zu zwei Dritteln aus Spezialchemie-Produkten zusammen. Laporte erwirtschaftete 1999 mit rund 2 300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 662 Mill. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 170 Mill. Euro.

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