Fusion von GE und Honeywell weiter in der Schwebe
Angebot von General Electric reicht Brüssel nicht

GE ist der EU-Wettbewerbsbehörde mit einem neuen Angebot entgegengekommen, um das drohende Verbot der Honeywell-Übernahme abzuwenden. Brüssel ist mit den Zusagen des US-Konzerns aber noch nicht zufrieden. Strittig ist nun, welche Honeywell-Geschäftsbereiche GE verkaufen muss.

rut/tor/jh BRÜSSEL. Der US-Konzern General Electric (GE) und die EU-Kartellwächter reden wieder miteinander. Das hat die Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, Amelia Torres, am Donnerstag bestätigt. Nach Informationen aus EU-Kreisen besserte GE sein Angebot an die EU-Kommission in einem wichtigen Punkt nach: Die Amerikaner sind nun bereit, ein 19,9 %-Aktienpaket der Konzerntochter General Capital Aviation Services (Gecas) zu verkaufen. Gecas hat im Finanzierungs- und Leasinggeschäft mit neuen Flugzeugen einen Weltmarktanteil von 30 %. Kommissar Monti hatte den Verkauf einer Sperrminorität von Gecas zur Bedingung gemacht: Ohne den Verkauf werde er die GE-Honeywell-Fusion nicht genehmigen. Grund ist die Befürchtung des Kommissars, dass Gecas neue Flugzeuge mit GE-Triebwerken und Honeywell-Bordelektronik ausstattet, bevor die Maschinen an Fluggesellschaften verleast werden. Auf diese Weise würden andere Triebwerk-Hersteller wie etwa Rolls Royce aus dem Markt gedrängt, meint die EU-Kommission. Die Kartellwächter bestehen deshalb darauf, dass ein von GE unabhängiger Investor an Gecas beteiligt wird.

Dieser Forderung will GE mit seinem neuen Angebot nachkommen. In der am Donnerstagabend offiziell eingereichten Offerte sei eine Liste potenzieller Käufer enthalten, denen GE das Aktienpaket von Gecas anbieten will, hieß es in Brüssel. GE habe außerdem einen Zeitplan für den Verkauf der Gecas-Beteiligung vorgeschlagen.

Mit Verwunderung registrierte die EU-Kommission den zweiten Teil des neuen GE-Angebots. Darin sagt GE zu, Honeywell-Geschäftsbereiche im Wert von 1,1 Mrd. $ zu verkaufen. Damit hat GE sein ursprüngliches Angebot an diesem Punkt um die Hälfte gekürzt. Gestrichen habe GE ausgerechnet jene Verkäufe, die aus wettbewerbsrechtlicher Sicht besonders wichtig seien, hieß es in Kommissionskreisen.

Die EU-Kommission beharrt auf ihrem Standpunkt, dass GE und Honeywell ihre unterschiedlichen Produkte bündeln und auf diese Weise den Markt dominieren könnten. "Das können wir klar belegen. GE hat bereits in der Vergangenheit Produkte gebündelt", hieß es in den Kommissionskreisen. So habe GE Triebwerke im Paket mit günstigen Finanzierungskonditionen und Wartungsverträgen angeboten. Gemeinsam könnten GE und Honeywell einen Wertschöpfungsanteil von 25 % bei neuen Flugzeug-Modellen erreichen.

Die EU-Wettbewerbsbehörde sieht offenbar auch ein grundsätzliches Problem darin, wenn auf dem hoch konzentrierten Flugzeugzulieferer-Markt ein weiterer unabhängiger Triebwerk-Produzent verschwindet. Am Ende könne die Zahl der Anbieter auf zwei schrumpfen, hieß es in den Kommissionkreisen. Dies sei auch mit Blick auf die Vielfalt in der technologischen Entwicklung ein Problem. Die EU will bis zum 12. Juli über die GE-Honeywell-Fusion entscheiden.

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