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Fusion von Kabelnetzbetreiber stößt auf Bedenken der Kartellwächter

Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme der drei TV-Kabelnetzbetreiber Ish, Kabel BW und Iesy durch Kabel Deutschland (KDG) abgemahnt. "Die erwartet Abmahnung ist heute bei uns eingetroffen", sagte Stefan Schott, Sprecher von Kabel Deutschland, am Montag in München der dpa-AFX. Kabel Deutschland kann nun mit Zugeständnissen die Bedenken der Wettbewerbshüter zerstreuen, bevor im Oktober die Bonner Behörde ihre endgültige Entscheidung fällt.

dpa-afx MÜNCHEN/BONN. Das Bundeskartellamt hat die geplante Übernahme der drei TV-Kabelnetzbetreiber Ish, Kabel BW und Iesy durch Kabel Deutschland (KDG) abgemahnt. "Die erwartet Abmahnung ist heute bei uns eingetroffen", sagte Stefan Schott, Sprecher von Kabel Deutschland, am Montag in München der dpa-AFX. Kabel Deutschland kann nun mit Zugeständnissen die Bedenken der Wettbewerbshüter zerstreuen, bevor im Oktober die Bonner Behörde ihre endgültige Entscheidung fällt.

Das Unternehmen werde nun die Abmahnung der Kartellwächter prüfen und sich dann über die weitere Vorgehensweise entscheiden, sagte der Sprecher. KDG zeigte sich offen für Zugeständnisse. Diese müssten aber wirtschaftlich vertretbar sein, sagte der Sprecher. Die vier Gesellschaften würden nach einem Zusammenschluss 17 Mill. Haushalte in Deutschland mit TV-Programmen versorgen. Die Kabel Deutschland Gmbh bietet für die Betreiber Ish (Nordrhein-Westfalen), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg insgesamt 2,7 Mrd. ?.

Endgültige Entscheidung Offen

Eine Sprecherin des Kartellamtes wollte sich zu der Abmahnung nicht äußern und verwies auf eine Pressekonferenz, die für den morgigen Dienstag anberaumt ist. Die Behörde will dann über den Zwischenstand ihrer Untersuchung informieren. Das Kartellamt will bis zum 7. Oktober entscheiden, ob KDG die Kabelbetreiber übernehmen darf.

Nach der Abmahnung hat KDG die Möglichkeit, durch Zugeständnisse die Bedenken der Behörde zu zerstreuen. Vor allem die großen deutschen Fernsehsender fordern ein Verbot der Übernahme. In Unternehmenskreisen wird damit gerechnet, dass die Bedenken des Kartellamts ausgeräumt werden können. Es werde fest mit einer Zustimmung im Oktober gerechnet, sagte eine mit dem Verfahren vertraute Quelle.

Bereits in der vergangenen Woche hatte KDG-Chef Roland Steindorf Zweifel an einer reibungskosen Übernahme angemeldet. "Wir halten es für unwahrscheinlich, dass das Kartellamt die Übernahme sofort und ohne Zugeständnisse genehmigt", hatte er in einem Interview gesagt.

Kabel Deutschland gehört ein Investorenkonsortium bestehend aus Apax Partners, Providence Equity und Goldman Sachs, die die Gesellschaft im vergangenen Jahr von der Deutschen Telekom übernommen hatten.

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