Fusion von SFB und ORB
Reim wird Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg

Die Journalistin Dagmar Reim wird erste Intendantin des neuen Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Rundfunkrat wählte die Leiterin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg am Montag in Berlin zur Gründungsintendantin der künftigen ARD-Anstalt. Diese wird aus der Fusion des Senders Freies Berlin (SFB) und des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) hervorgehen und soll bis zum 1. Juni ihre Arbeit aufnehmen.

HB/dpa BERLIN. Mit der Wahl der 51-Jährigen wird erstmals eine Frau eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland führen. Reim setzte sich gegen den WDR-Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf durch, der als Favorit für die Leitung des Senders galt. Reim zeigte sich von der Wahl überrascht und erklärte, sie werde die Fusion "ohne Verlierer und ohne Ängste" mitgestalten. In der Belegschaft beider Sender waren Sorgen über fusionsbedingte Kündigungen laut geworden.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) gratulierten Reim zur Wahl. "Die Fusion der Sender ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Einheit zwischen Ost und West und dem Zusammenwachsen unserer beiden Länder", betonten beide weiter. Reim werde mit den Mitarbeitern von ORB und SFB zu der Verwirklichung dieses Ziels mit "innovativen Konzepten und einem interessanten, informativen und unterhaltsamen Programm beitragen".

Platzeck dankte nach der Wahl ausdrücklich ORB-Intendant Hansjürgen Rosenbauer. Unter dessen Leitung sei der ORB zum Lieblingssender im Land geworden, der viel zur Brandenburger Identität beigetragen habe. Die neue Anstalt RBB wird etwa sieben Prozent des Ersten Programms gestalten. Dem Sender mit Sitz in Berlin und Potsdam werden rund 1700 fest angestellte Mitarbeiter angehören, die mehrere Hörfunkprogramme sowie ein regionales Fernsehprogramm produzieren sollen.

Über die endgültige Gestalt des künftigen Radio- und Fernsehangebots soll die neue Leitung entscheiden. Seit Monaten sind Arbeitsgruppen von Mitarbeitern beider Sender mit der Gestaltung des künftigen Programms beschäftigt.

Neben Reim und Deppendorf hatten sich der frühere Geschäftsführer von Radio Luxemburg und des Berliner Radiosenders 104,6 RTL Bernt von zur Mühlen sowie der ehemalige Berliner Staatsopern-Intendant Georg Quander zur Wahl gestellt. Sie zogen ihre Kandidatur nach dem dritten Wahlgang zurück.

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