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Fusion zum größten deutschen Bierkonzern ist gescheitert

Die Verhandlungen zwischen Brau und Brunnen und der Bayerischen Brau Holding sind geplatzt. Die Schörghuber-Gruppe hat kalte Füße bekommen, weil der Sanierungsbedarf der Brau und Brunnen größer als angenommen sei.

dpa MÜNCHEN. Die Fusion der Bayerischen BrauHolding mit dem angeschlagenen Dortmunder Brau und Brunnen-Konzern zur größten deutschen Braugruppe steht vor dem Scheitern. Die Schörghuber-Gruppe, zu der die BrauHolding gehört, werde ihre Kaufentscheidung wahrscheinlich rückgängig machen, hieß es am Sonntag in Branchenkreisen.

Nach Informationen des Internetdienstes «Spiegel-Online» wird die Schörghuber-Gruppe sogar bereits an diesem Montag das Scheitern der Fusion verkünden. Die Schörghuber-Unternehmensführung habe ihre Kaufentscheidung rückgängig gemacht, weil der Sanierungsbedarf bei dem Dortmunder Konzern größer sei, als bisher angenommen, hieß es. Bei der Schörghuber-Gruppe war am Sonntag keine Stellungnahme erhältlich. Ein Sprecher der HypoVereinsbank, die Großaktionär bei Brau und Brunnen ist, sagte am Sonntag lediglich: «Laufende Verhandlungen wollen wir nicht kommentieren.»

Bei der Fusion zum neuen Brauriesen soll nach bisherigen Plänen Brau und Brunnen (Jever, Schultheiss, Berliner Pilsener, Schlösser Alt) auf das bayerische Unternehmen verschmolzen werden. Sollte die Übernahme noch klappen, würde der neue Konzern beim Bierabsatz mit rund zwölf Millionen Hektolitern vor der Holsten- und der Binding- Gruppe auf Platz eins in Deutschland stehen. Auf der Hauptversammlung der Bayerischen BrauHolding AG (München) hatten sich die Kleinaktionäre skeptisch über die Fusion geäußert. Mit Jever komme zwar endlich eine bundesweit bekannte Pilsmarke ins BrauHolding-Portfolio. Allerdings seien andere, verlustreiche Marken eine problematische Mitgift.

Stefan Schörghuber entgegnete damals als Konzernchef, durch Kosteneinsparungen seien wesentliche Ergebnisverbesserungen möglich. Die Schörghuber-Gruppe hält mehr als 99 Prozent der Anteile an der BrauHolding.

Die Bayerische BrauHolding mit Paulaner, Kulmbacher, Hacker- Pschorr und anderen Marken rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 780 Millionen DM und einem Getränkeabsatz von 5,6 Millionen Hektolitern. Im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse leicht auf 540 Millionen DM. Der Jahresüberschuss im Konzern sank von gut 42 auf knapp 35 Millionen. Brau und Brunnen schrieb im ersten Halbjahr 2000 Verluste in Höhe von 18 Millionen DM bei einem Umsatz von 711 Millionen DM.

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