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Fusion zum größten deutschen Bierkonzern ist gescheitert

Die Fusion der Bayerischen BrauHolding mit dem angeschlagenen Dortmunder Brau und Brunnen-Konzern zur größten deutschen Braugruppe ist geplatzt.

dpa MÜNCHEN/DORTMUND. Die beiden Partner konnten sich nicht über eine Bewertung einigen, teilte der Vorstand der Bayerischen BrauHolding AG am Montag in München mit. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen machte die Schörghuber Gruppe, - zu der die BrauHolding gehört, ihre Kaufentscheidung rückgängig, weil der Sanierungsbedarf bei dem Dortmunder Konzern größer war, als bisher angenommen.

Die beiden Braukonzerne wollten einen neuen Branchenriesen mit rund zwölf Millionen Hektolitern Bierabsatz schmieden, der sich in Deutschland vor der Holsten und der Binding-Gruppe auf Platz eins platziert hätte. «Wenn die Voraussetzungen stimmen, sind wir nach wie vor an einer Fusion interessiert», sagte ein Sprecher der Schörghuber-Gruppe.

In der ursprünglich geplanten Form sei ein Zusammenschluss aber nicht möglich. Der Schörghuber-Sprecher wollte aber auch nicht ausschließen, dass sich die BrauHolding nun einen neuen Partner suchen werde. Der Konzern habe immer betont, dass man auch auf externes Wachstum setze. Zumindest in den nächsten Tagen seien aber keine Verhandlungen mit anderen Konzernen geplant.

In der Branche gilt es auch als möglich, dass die BrauHolding weiterhin zumindest an Teilen des Brau und Brunnen-Konzerns interessiert ist. Die HypoVereinsbank als Brau und Brunnen - Mehrheitsaktionär lehnte bisher eine Zerschlagung des Konzerns ab. Der Kurs der Brau und Brunnen-Aktie sank am Montag um zwischenzeitlich um 7,5 Prozent auf 34,70 Euro.

Ein Sprecher des Brau und Brunnen-Konzerns betonte, die Verhandlungen seien erst am Wochenende gescheitert. «Der Punkt war, man konnte sich nicht auf eine einheitliche Bewertung verständigen.» Der Dortmunder Konzern schrieb mit Marken wie Jever, Schultheiss und Berliner Pilsener im ersten Halbjahr 2000 Verluste in Höhe von 18 Millionen DM bei einem Umsatz von 711 Millionen DM. Offenbar fiel das Ergebnis damit deutlich schlechter aus, als von der Schörghuber Gruppe - erwartet.

Die Kleinaktionäre der Schörghuber-Gruppe hatten sich auf der Hauptversammlung Anfang August ohnehin skeptisch über die Fusion geäußert. Mit Jever komme zwar endlich eine bundesweit bekannte Pilsmarke ins BrauHolding-Portfolio. Allerdings seien andere, verlustreiche Marken eine problematische Mitgift. Die Schörghuber Gruppe - hält mehr als 99 Prozent der Anteile an der BrauHolding.

Die Bayerische BrauHolding mit Paulaner, Kulmbacher, Hacker- Pschorr und anderen Marken rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatz von 780 Millionen DM und einem Getränkeabsatz von 5,6 Millionen Hektolitern. Im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse leicht auf 540 Millionen DM. Der Jahresüberschuss im Konzern sank von gut 42 auf knapp 35 Millionen. 2000 wird erstmals Kulmbacher in der Bilanz voll berücksichtigt.

Bei der Fusion sollte Brau und Brunnen auf die Bayerische BrauHolding verschmolzen werden. Im Frühjahr 2001 sollten außerordentliche Hauptversammlungen endgültig grünes Licht geben. Als Stichtag für die Verschmelzung war dann rückwirkend der 30. September 2000 vorgesehen.

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