Fusionen werden gemeinsam behandelt
Mineralölfusion nur unter Auflagen möglich

Das Bundeskartellamt hat seine Vorbehalte gegen die geplanten Großfusionen auf dem deutschen Tankstellenmarkt bekräftigt: Es sei klar, "dass die Vorhaben ohne gravierende Auflagen nicht genehmigungsfähig sein werden", sagte Behördenchef Ulf Böge. Zugleich kündigte sein Amt für Donnerstag die Entscheidung an. Vom Urteil des Kartellamtes hängt ab, ob Shell mit Dea fusionieren kann und BP mit Aral.

afp/vwd MÜNCHEN/BONN. Böge forderte von den beteiligten Unernehmen erneut eine Reduzierung der Marktanteile. Dabei gehe es nicht nur darum, die Zahl der Tankstellen zu verringern, sagte er dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". "Zentral ist, dass sie ihre Infrastruktur von der Raffinerie bis zum Verbraucher öffnen, so dass Wettbewerber durch die Fusionen nicht aus dem Markt verdrängt werden." Angesichts dieser Vorbehalte aus dem Kartellamt sind die Unternehmen offenbar zu massiven Zugeständnissen bereit. Shell beispielsweise würde sich nach eigenen Angaben auch von einem Teil des Tankstellennetzes trennen.

Shell und RWE-DEA wollen auf dem deutschen Markt gemeinsam Mineralölprodukte anbieten. Die BP-Amoco-Gruppe will die Aral-Tankstellen vom Veba Oel aus dem Eon-Konzern übernehmen. Bei einer endgültigen Ablehnung durch das Bundeskartellamt können die Unternehmen möglicherweise auf eine Ministererlaubnis durch Bundeswirtschaftsminister Werner Müller hoffen. Das Ministerium dementierte allerdings Berichte, dass sich der parteilose Politiker bereits auf ein solches Veto gegenüber dem Kartellamt festgelegt habe.

Kartellamtspräsident Böge bekräftigte noch einmal, beide Fusionsvorhaben sollten gemeinsam entschieden werden. Die Unternehmen hatten sich allerdings zu Zugeständnissen bereit erklärt. Presseberichten zufolge wollen sie unter anderem bis zu 2 000 Tankstellen an Wettbewerber verkaufen.

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