Fusions-Ergebnis nicht absehbar
Bertelsmann-EMI-Gespräche dauern bis Ende Januar

"Vor Ende Januar sollte man kein Ergebnis erwarten", sagte Middelhoff am Mittwochabend vor Journalisten in Frankfurt. Für den Musikbereich sei EMI der einzige Verhandlungspartner.

Reuters FRANKFURT. Die Verhandlungen über eine Fusion des britischen Musikkonzern EMI mit der Bertelsmann Music Group (BMG) dauern nach Einschätzung von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff noch einige Wochen. "Vor Ende Januar sollte man kein Ergebnis erwarten", sagte Middelhoff am Mittwochabend vor Journalisten in Frankfurt. "Wir sollten alle Unsicherheiten vermeiden, alles genau überprüfen und analysieren", fügte er hinzu. Das Ergebnis sei "nicht vorhersehbar". Im Musikbereich verhandele Bertelsmann ausschließlich mit EMI, sagte Middelhoff weiter. Bertelsmann und EMI hatten im November Fusionsgespräche offiziell bestätigt.

BMG liegt auf Platz fünf der größten Musikunternehmen weltweit, EMI auf Platz drei. Middelhoff hatte bereits vor knapp einem Jahr angekündigt, Bertelsmann wolle mit BMG an die Spitze der Branche vordringen. Auch EMI hatte vor rund drei Wochen erklärt, dass sich die Gespräche mit Bertelsmann noch einige Wochen hinziehen könnten und dass ein erfolgreicher Abschluss nicht sicher sei. Zuvor hatte EMI Fusionsgespräche mit dem Konkurrenten Warner Music geführt, diese Pläne aber nach wochenlangen Verhandlungen mit der EU-Kommission vorerst aufgegeben.



Einladungen an die Konkurrenz

Um seine Position auf dem Musikmarkt auszubauen, ist Bertelsmann zudem kürzlich eine strategische Allianz mit der kostenlosen Online-Musiktauschbörse Napster eingegangen. Damit scherte Bertelsmann aus der Reihe der großen Musikunternehmen aus, die Napster allesamt wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt haben. Bertelsmann will Napster nun in ein kostenpflichtiges Abo-Angebot umwandeln und anschließend die eigene Klage zurückziehen sowie das BMG-Repertoire Napster zur Verfügung stellen. Middelhoff hatte die Konkurrenz eingeladen, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG) führt deshalb zusammen mit Napster Gespräche mit den Musikunternehmen. Die Verhandlungen laufen BeCG zufolge gut.

Nach Middelhoffs Ansicht ist das Prinzip des Dateien-Austauschs von Napster richtungweisend für den Vertrieb digitalisierter Inhalte: "Musik ist erst der Anfang, später können so auch Filme, Spiele oder auch private Fotos ausgetauscht werden", sagte Middelhoff.

Bertelsmann rechnet damit, dass die meisten der rund 40 Mill. Napster-Nutzer bereit sind, für die Musik aus dem Internet zu bezahlen. "Wir glauben, dass die Bereitschaft zu zahlen groß genug ist, um ein beachtliches Geschäftspotenzial zu schaffen", sagte Middelhoff. Derzeit würden die Napster-Nutzer befragt, wieviel sie genau für Online-Musik ausgeben würden. Für Ende Februar werde mit entsprechenden Marktforschungsergebnissen gerechnet.

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