Fusionsgeschäft bleibt sehr schwach
Goldman Sachs stehen Entlassungen ins Haus

Die Gerüchte um weitere Stellenkürzungen bei der Investmentbank Goldman Sachs verdichten sich.

hus NEW YORK/LONDON. Nach einem Bericht des Londoner "Guardian" will die Investmentbank in den nächsten Monaten weltweit mehr als 2 000 Positionen streichen. Mit diesem Abbau solle nach der Vorlage der Quartalszahlen in der kommenden Woche begonnen werden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf "seriöse Quellen" bei Goldman Sachs.

Die Bank beschäftigt weltweit 22 600 Mitarbeiter und hat sich bisher mit radikalen Stellenkürzungen zurückgehalten. Eine Unternehmenssprecherin wollte den Pressebericht nicht kommentieren. Sie verwies darauf, dass Goldman über natürliche Fluktuation bisher 5 bis 10 % des Personals abgebaut habe.

Wall-Street-Analysten glauben, dass neue Stellenstreichungen bei den Investmentbanken unausweichlich sind. Henry McVey von der Investmentbank Morgan Stanley erläutert, die internationalen Fusions- und Übernahmeaktivitäten seien im Februar erneut stark zurückgegangen. Sie lagen weltweit 71 % unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber Januar sind sie mit einem Gesamtvolumen von 51 Mrd. $ um 27 % zurückgegangen. McVey glaubt, die gesamte Branche müsse etwa ein Viertel ihrer Arbeitsplätze abbauen, falls das Geschäft so flau bleibe. Bisher seien lediglich 12 % der Positionen gestrichen worden. Merrill Lynch hat bis jetzt 21 % der Stellen abgebaut.

Goldman Sachs ist mit einem Marktanteil von etwa einem Drittel die Nummer 1 im weltweiten Fusions- und Übernahmegeschäft. Die Bank dürfte deshalb besonders stark von der Flaute betroffen sein. Auch die Stärke der Bank bei der Betreuung von Börsengängen (IPO) wird jetzt zur Schwäche: Das weltweite IPO-Volumen verringerte sich nach Angaben von Morgan Stanley im Februar gegenüber Februar 2001 um 59 %. Ein Vorteil ist dagegen, dass Goldman zu den Boom-Zeiten Ende der neunziger Jahre weniger Personal eingestellt hat als manche Konkurrenten. Generell haben die Wall-Street-Firmen versucht, die Personalkosten über Bonus- und Gehälterkürzungen zu reduzieren und so viele Banker wie möglich zu halten.

Nach dem Bericht des "Guardian" will Goldman jetzt die Gehälter der hoch bezahlten Kräfte um weitere 10 % kürzen und sämtliche Geschäftsbereiche auf Kosten und Ertrag überprüfen. Die Goldman-Aktie hat sich seit ihrem Tiefstand nach dem 11. September von 63 $ wieder deutlich erholt und kostet derzeit etwa 90 $.

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