Fusionsverhandlungen endgültig abgeschlossen
Neuer Stahlgigant soll im Februar 2002 starten

Die Fusion der französischen Usinor, der luxemburgischen Arbed und der spanischen Aceralia zum weltgrößten Stahlkonzern ist endgültig beschlossene Sache: Die von Aceralia angestoßenen und Arbed unterstützten Nachverhandlungen wurden zu Gunsten der beiden Unternehmen abgeschlossen.

sk/HB MADRID. Ihre Forderungen vollständig durchsetzen konnten Aceralia und Arbed allerdings nicht. Starten will der neue Stahlhersteller am 25. Februar 2002, wie Usinor-CEO Francis Mer gestern in einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Monde" sagte.

Dem neuen Verhandlungsergebnis zufolge entfällt auf Aceralia und Arbed ein Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen von zusammen 46,2 %. Das sind 2,7-Prozentpunkte mehr als im vergangenen Februar zunächst ausgehandelt worden war. Angestrebt hatten Aceralia und Arbed bis zu 50 %. Die Spanier hatten die Nachverhandlungen mit der Krise auf dem internationalen Stahlmarkt begründet, wodurch die Kräfteverhältnisse verschoben worden seien.

Usinor-Chef Mer sagte gestern, bei nicht akzeptablen Forderungen hätte seine Unternehmen die Fusion auch noch ablehnen können. So aber seien die drei beteiligten Konzerne "sehr zufrieden" mit dem Projekt.

Für die Aktionäre sieht der Deal wie folgt aus: Ein Anteilsschein an Usinor wird durch eine Aktie an dem neuen Unternehmen mit der bisherigen Bezeichnung "Newco-Steel" (der künftige Name ist noch nicht bekannt) ersetzt. Aktionäre von Arbed erhalten für vier Aktien 43 neue. Bei den Spaniern gibt es für drei Aceralia-Papiere vier neue Aktien. Die Ex-Aktionäre von Arbed bekommen so 23,9 %, auf Aceralia entfällt 22,3 %.

Die Aceralia-Aktie profitierte gestern deutlich von dem erzielten Ergebnis: Das Papier legte an der Börse in Madrid zwischenzeitlich um mehr als 7 % zu. Am Mittwoch war die Aktie vom Handel ausgesetzt gewesen. Für Usinor erhöhte sich der Aktienkurs in Paris dagegen nur leicht.

Durch die Verschmelzung der drei Unternehmen entsteht der größte Stahlhersteller der Welt. Bisher war die japanische Nippon Steel Corp. Weltmarktführer mit einem Jahresumsatz von rund 11 Mrd. Euro. Usinor, Arbed und Acerali setzen zusammen 30 Mrd. Euro um, produzieren 45 Mill. t Rohstahl pro Jahr und beschäftigen 110.000 Mitarbeiter.

Am Mittwoch hatte die EU-Kommission das Vorhaben unter Auflagen gebilligt: So müssen die Unternehmen Kapazitäten von 1,7 Mill. Tonnen abgeben. Usinor-Chef Mer zufolge wird sich die Konsolidierung in der Stahlbranche fortsetzen. Die Branche werde aber zehn bis 15 Jahre brauchen, um sich der weltwirtschaftlichen Lage anzupassen.

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