Fusionsverhandlungen gehen in die Endphase
Superbank aus Dresdner, Commerzbank und Allianz möglich

Die Verhandlungen von Dresdner Bank und Commerzbank über eine mögliche Fusion gehen in die Endphase. Nach einem Spitzentreffen der Vorstände beider Banken am Wochenende wird Commerzbank-Chef Martin Kohlhaussen dem Aufsichtsrat seines Hauses am Montag in Frankfurt Bericht erstatten.

dpa FRANKFURT/MAIN. Kohlhaussen und sein Dresdner- Kollege Bernd Fahrholz haben nach dpa-Informationen bei ihren Gesprächen zwar noch keinen Durchbruch erzielt. Man nähere sich bei dem schon drei Wochen dauernden "Gedankenaustausch" über eine Fusion oder Kooperation aber der Zielgeraden, hieß es am Sonntag aus Kreise der Nummern drei und vier unter Deutschlands Geschäftsbanken.

Am Ende des Verhandlungsmarathons könnte sogar der Aufbau einer bisher in Deutschland einzigartigen Superbank stehen. Nach Berichten der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und der Zeitung "Die Welt" erwägen Kohlhaussen und Dresdner-Vorstandssprecher Fahrholz die Verschmelzung beider Institute zu einer Finanzholding. Nach FAZ- Informationen drehen sich die Gespräche schon um die Bewertung beider Häuser sowie die Einbeziehung der wichtigen Anteilseigner in eine Lösung. In einem zweiten Schritt könne der neue Geldriese einzelne Geschäftssparten in eigenständige Einheiten umwandeln, heißt es.

Dresdner-Großaktionär Allianz - der Münchner Versicherungsriese gilt wie bei der geplatzen Fusion von Deutscher und Dresdner Bank erneut als maßgeblicher Spieler im Hintergrund - solle sich dann möglicherweise direkt an einzelnen Töchtern beteiligen. In Betracht kämen vor allem das Filialgeschäft, auf das die Münchner schon bei der Deutschen Bank schielten, und die profitable Vermögensverwaltung. "Das ist ein Denkmodell, das auf dem Tisch liegt", bestätigte ein Commerzbank-Sprecher am Sonntag der dpa. Konkretes gebe es aber noch nicht, betonte er. "Das sind ganz undogmatische, offene Gespräche. Den Gedanken wird freier Lauf gelassen."

Berichte, wonach sich die Commerzbank bereits Mitte der Woche entscheiden wolle, ob sie die Fusionsgespräche mit der Dresdner überhaupt fortsetzt, bestätigte er nicht. Allerdings verlautete schon vor Tagen aus beiden Frankfurter Banktürmen, dass möglichst noch im Juli erste Ergebnisse auf den Tisch sollen. "Alles andere wäre für Belegschaften, Aktionäre und Kunden auch unerträglich", hieß es.

Sowohl die Allianz, die 22 % an der Dresdner hält, als auch die Beteiligungsgesellschaft CoBra hätten bereits signalisiert, dass eine neue Bank eine reizvolle strategische Lösung sei, schrieb die "Welt". CoBra besitzt etwa 17 % der Commerzbank-Aktien, hatte zuletzt aber immer wieder massiven Widerstand gegen eine Fusion angekündigt, falls sie "nicht den Aktionären nutzt". In die Gespräche müsse allerdings auch der italienische Versicherungskonzern Generali einbezogen werden, der fünf Prozent an der Commerzbank hält.

Der Börsenwert der Dresdner Bank liegt bei rund 42,6 Mrd. DM. Die Commerzbank wird mit rund 38,1 Mrd. DM taxiert. Beide Häuser zusammen würden dem Branchenprimus Deutsche Bank (101 Mrd.. DM) auf die Pelle rücken und sich klar vor die Münchner HypoVereinsbank (57,5 Mrd.. DM) schieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%