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Fußball-Bundesliga erwartet Kirch-Rate pünktlich

Die Dachgesellschaft der Fußball-Bundesliga DFL geht weiter davon aus, von der Mediengruppe Kirch die am Freitag fällige Rate von 100 Mill. ? für die Übertragungsrechte an der Meisterschaftsrunde fristgerecht zu erhalten.

rtr MüNCHEN/FRANKFURT. "Wir zweifeln nicht, dass diese Zahlung, wie alle anderen von Kirch bisher, pünktlich bei uns eingeht", sagte ein Sprecher der aus dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgegliederten Liga am Freitag in Frankfurt. Der über vier Jahre laufende Vertrag über 1,5 Mrd. ? mit Kirch habe bisher nie Anlass zu Klagen gegeben. Ein Kirch-Sprecher bekräftigte, der hoch verschuldete Medienkonzern werde pünktlich zahlen. Unterdessen forderte der Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß, die Vereine der Liga zur Solidarität mit der angeschlagenen Kirch-Gruppe auf.

Die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga sind in hohem Maße finanziell von Kirch abhängig, da dieser die Übertragungsrechte zu einem Preis gekauft hat, den kein anderer Rechtehändler oder Fernsehsender zu zahlen bereit wäre. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hatte die westdeutschen Vereine am Wochenende zu einem Krisentreffen eingeladen, was auf heftige Kritik stieß. "Es ist ungehörig, wenn man in solch einer Partnerschaft mit Misstrauen reagiert", sagte der DFL-Sprecher. Bayern-Manager Hoeneß sagte am Donnerstagabend in München, das richtigere Signal an Kirch wäre die Bereitschaft, "auch mal vier Wochen auf die nächste Rate warten zu können".

"Alle Vereine sind gut beraten, den Partner zu unterstützen und nicht in Frage zu stellen", sagte der Vorstandschef der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge. Die Führungsspitze des erfolgreichsten deutschen Vereins zeigten sich zuversichtlich, dass Kirch seine Finanzkrise überwinden werde. "Ich glaube, die Bundesliga wird am Ende kein Problem haben", sagte Rummenigge. Bayern-Manager Hoeneß ergänzte: "Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Kirch Pleite geht. Erstens hat Kirch genug Assets, und zweitens verkauft er die Fußball-WM-Rechte gerade für ein Wahnsinnsgeld." Kirchs Problem seien nur die Verluste bei Premiere. Der Fußball gilt als Zugpferd des verlustträchtigen Pay-TV-Senders.

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