Fußball-Bundesliga
Kommentar: Ausverkauf im Fußball

Zeitenwende in der Fußball-Bundesliga: Können ist nicht mehr entscheidendes Kriterium, Leistungsträger werden in die Wüste geschickt oder verscherbelt. Borussia Dortmund und der Transfer von Jens Lehmann nach London ist das beste Beispiel dafür.

Früher war irgendwie alles besser. Oder besser gesagt: alles anders. Damals, als die Fußball-Bundesliga noch Jahr für Jahr mit neuen Transferrekorden protzte. Als man den überhitzten Märkten in Spanien und Italien hinterherhechelte wie einst die Anleger den Kursen von Mobilcom, EM.TV und Softbank. Blinder Aktionismus, möchte man sagen, wenn auch weniger blind als in Europas Süden. Dennoch gaben die Protagonisten der deutschen Eliteliga im Höhenflug eine denkbar schlechte Figur ab, was heute - in der posteuphorischen Zeit - immer deutlicher wird.

Damit freilich befinden sich die Fußballmanager in guter Gesellschaft mit anderen Frontmännern der Wirtschaft. Sie alle einte der Glaube an eine ewigliche Schussfahrt durch den Sternenhimmel, der wahrlich grenzenlos erschien. Oben war bei weitem nicht genug, ganz oben musste es mindestens sein. Selbst Besonnene wurden irgendwann von jenen längst Abgehobenen gepackt, bis auch der Letzte die Bodenhaftung verloren hatte. Der Aufschlag - Mitleid ist gänzlich fehl am Platze - fiel dann umso schmerzhafter aus, was freilich nicht zwangsläufig zur Besinnung beitrug. Vor allem nicht zur Besinnung auf Qualität.

Vielmehr werden, die Krise ist ja ach so gemein, neue Fehler gemacht. Was in ekstatischen Phasen zu viel geschah, passiert nun zu wenig. Können ist nicht mehr entscheidendes Kriterium, Leistungsträger werden in die Wüste geschickt oder verscherbelt. Borussia Dortmund und der Transfer von Nationaltorhüter Jens Lehmann nach London ist das beste Beispiel dafür. Früher, und das ist noch gar nicht lange her, wäre es undenkbar gewesen, einen solchen Spieler kurz vor Saisonbeginn zu verkaufen.

Wir lernen: Auch gute Spieler landen im Ausverkauf.

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