Fußball-Bundesliga
Kommentar: Freie Sicht auf die Realitäten

Früher haben sie immer davon gefaselt, dass die Bundesliga Weltstars benötige. Nur dann sei die Kundschaft in Scharen in die Stadien zu locken. Die zurückliegende Saison zeigt, wie überholt diese Theorie ist. Denn die wahren Fußballpromis spielen immer noch in anderen Ligen, während in Deutschland die Helden der Gosse den höchsten Bekanntheitsgrad haben. Sie lassen Bücher schreiben, tanzen im P1, ihre Intelligenz tendiert - ach, lassen wir das.

Fakt ist: Nie zuvor kamen mehr Besucher in die Stadien. Offenbar wird doch nicht so sehr nach Stars oder Dumpfbacken Ausschau gehalten. Wichtiger sind vernünftiger Komfort, etwas Spannung und vor allem Gelegenheit zu ganz viel Schadenfreude - das mag der gemeine Fußballfan.

Über die Börsen-Borussia werden sie jetzt lästern, weil sie ihre monetären Vorteile schlampig verpulverte. Über Bayer wurde gespottet, weil die Werksmillionen wirkungslos blieben. Beide vermeintlichen Spitzenklubs, Dritte von oben und unten, kauften teuer ein, honorierten Durchschnittsangestellte mit prall gefüllten Geldsäcken und staunten, als ihnen der finanzielle Vertrauensbeweis nicht gedankt wurde. Wer Aktien der BVB-Aktien besitzt, darf sich getrost veräppelt fühlen. Und kritische Besitzer von Bayer-Papieren werden fragen, ob das Marketingvehikel Fußball-GmbH so Sinn macht.

Diese Liga benötigt keine Agenda 2010. Es reicht, wenn der Blick wieder frei wird für die Realitäten. Umso schöner, dass kein Kirch mehr da ist, der durch hohe Geldberge die Sicht nimmt.

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