Fußball Bundesliga
Schalke droht Rafinha mit der juristischen Keule

Lange hat es Schalke bei Rafinha im Guten versucht, nun ist Schluss mit lustig: Der Klub droht dem Verteidiger im Falle der Olympia-Teinahme mit harten sportjuristischen Folgen.

Mit der Androhung harter Konsequenzen und dem möglichen Gang durch die sportjuristischen Instanzen will Bundesligist Schalke 04 seinen abtrünnigen brasilianischen Abwehrspieler Rafinha im Streit um dessen Olympia-Teilnahme zu einem Sinneswandel bewegen. "Er hat mit Schalke 04 einen Vertragsbruch begangen, und es widerspricht der olympischen Charta, dass solch ein Spieler bei den Spielen antreten darf", sagte Schalke-Manager Andreas Müller am Dienstag im Trainingslager in Stegersbach.

Man habe den brasilianischen Fußball-Verband CBF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) schriftlich aufgefordert, Rafinha bei den Sommerspielen in Peking nicht auflaufen zu lassen. Als Frist zur Klärung der Angelegenheit nannte der Bundesligist Mittwoch, 12.00 Uhr.

"Falls der CBF unserem Wunsch nicht entsprechen wird, werden wir vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS eine Klage einreichen", erklärte Müller, der sich mit dem DFB in Person von Präsident Dr. Theo Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach abgestimmt hat, um "rechtlich auf der sicheren Seite zu sein".

Der DFB leitete am Dienstagnachmittag den Schalker Protest an den Weltverband Fifa weiter. "Der DFB unterstützt den Protest und teilt die Rechtsauffassung des Klubs, dass keine Abstellungspflicht besteht, da das olympische Fußballturnier weder im internationalen Spielkalender der Fifa aufgeführt ist, noch ein entsprechender Beschluss des Exekutivkomitees der Fifa vorliegt, der Spieler einer bestimmten Alterskategorie zur Teilnahme verpflichtet", heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

Auch Rafinha selbst, der am Montag eigenmächtig auf die Anreise ins Schalker Trainingslager verzichtet hatte und sich am Dienstag zum Olympia-Treffpunkt der "Selecao" in Paris begeben wollte, wurde mit den möglichen Konsequenzen seines Verhaltens konfrontiert. In einem Schreiben klärte ihn der Verein über die Strafe bei Vertragsbruch auf. Spekulationen zufolge soll sie bei 25. 000 Euro pro Tag liegen.

"Wir hoffen, dass bei Rafinha nun ein Sinneswandel einkehrt", meinte Müller und ließ dem Profi ein Hintertürchen zur Versöhung offen: "Falls er am Mittwoch oder Donnerstag im Trainingslager auftaucht, wird es keine weiteren Konsequenzen geben. Ich kann ja verstehen, dass ein junger Fußballer unbedingt bei Olympia dabei sein will, doch die Interessen des Vereins stehen nun einmal im Vordergrund."

© SID

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