Fußball-Chaos in Italien
Nur AC Florenz muss weiter um Lizenz zittern

Aufatmen in der italienischen Hauptstadt: Die beiden Erstligisten Lazio und AS Rom haben den von der Fußball-Liga angedrohten Lizenzentzug abgewendet. Die Klubs brachten ihre Finanzen fristgerecht bis zum Montagabend in Ordnung. Nur der hoch verschuldete Traditionsclub AC Florenz muss weiter um die Lizenz bangen. Zur Ruhe kommt der italienische Fußball dennoch nicht: Es gibt Ärger um die TV-Gelder.

HB MAILAND. Acht Erst- und drei Zweitligisten drohen, den Liga-Start am 1. September zu boykottieren, weil sie nicht rechtzeitig die überlebenswichtigen Pay-TV-Verträge abschließen können. "Fußball-Chaos in Italien", titelte die "La Gazzetta dello Sport" am Dienstag.

Während die Top-Clubs wie Juventus Turin bis 2005 bis zu knapp 60 Mill. Euro jährlich vom Pay-TV kassieren, wollen die beiden Anbieter Tele + und Stream die kleine Vereine wie Atalanta Bergamo und Chievo Verona mit vier bis viereinhalb Mill. Euro abspeisen. "An die Forderungen der Clubs können wir uns nicht annähern", sehen beide TV-Anbieter keine Chance zur Einigung. Die elf Erst- und Zweitligisten fordern nun eine Verschiebung des Liga-Starts um einen Monat auf den 1. Oktober.

Ob dann der Traditionsclub AC Florenz in der 2. Liga starten kann, ist fraglich. "Die Fiorentina findet keine Ruhe", kommentierte die "La Gazzetta dello Sport" das Zittern um die Lizenz in der Toskana. Dem Erstliga-Absteiger fehlen 22 Mill. Euro. Club-Besitzer Vittorio Cecchi Gori will die Summe durch die Verpfändung seines Immobilienbesitzes in Rom in den nächsten Tagen aufbringen. Ein Sanierungsplan liegt der Liga vor. Trotz der Bemühungen des Vereins haben einige Spieler die Hoffnung bereits aufgeben. Die Stars Angelo Di Livio und Pedrag Mijatovic verließen Anfang der Woche das Trainingslager. Sie wollen bei der Liga die Aufhebung ihre Verträge mit dem AC Florenz beantragen, da dieser ihre Gehälter bereits seit Monaten nicht mehr vertragsgemäß zahlen kann.

Die beiden römischen Top-Clubs konnten ihre Bilanzen bereits am Montag ausgleichen. Lazio Rom deckte die Schulden von 22 Mill. Euro durch eine Kapitalerhöhung in Höhe von 55 Mill. Euro bei der Lazio AG ab. Der AS Rom überwies den ausstehenden Anteil seiner Pay-TV und Zuschauer-Einnahmen von rund sechs Mill. Euro an die Liga.

Neben den beiden Erstligisten meldeten auch fünf Zweitligisten Entwarnung: Der SSC Neapel (7 Mill. Euro), Genua (800 000) und die beiden sizilianischen Clubs aus Palermo (5 Millionen) und Messina (4,2 Millionen) glichen ihre Defizite rechtzeitig aus. Hellas Verona musste lediglich noch ausstehende Gehälter nachzahlen.

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