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Fußball-«Cup der Verlierer» wird reformiert

Düsseldorf (dpa) - Nach mehr als dreißig Jahren erfährt der von Franz Beckenbauer einst verächtlich «Cup der Verlierer» genannte UEFA-Pokal eine Frischzellenkur. Wie in der Champions League wird es in dem 1971 eingeführten Wettbewerb von kommender Saison an Gruppenspiele geben.

«Wir glauben, dass dieses Format dem UEFA-Cup ein neues und aufregendes Element hinzufügt und den Wettbewerb attraktiver macht», sagte der Präsident der Europäischen Fußball- Union (UEFA), Lennart Johansson.

Doch natürlich hat die UEFA den Wettbewerb nicht in erster Linie wegen der «Aufregung» und der «Attraktivität» reformiert. Den teilnehmenden Vereinen winkt in Zeiten knapper Kassen mehr Geld und Planungssicherheit. «Wer die Gruppenphase erreicht, kann mit Einnahmen von fünf bis sechs Millionen Euro rechnen», glaubt Borussia Dortmunds Manager Michael Meier. Der BVB muss sich allerdings erst noch am letzten Bundesliga-Spieltag in Kaiserslautern den fünften Platz der Tabelle sichern. Auch der Sechste VfL Bochum macht sich noch Hoffnungen, zum zweiten Mal in seiner Clubgeschichte nach 1997 die direkte Qualifikation für den UEFA-Cup zu schaffen.

Neben dem Pokalfinalisten Alemannia Aachen ist nur dem Viert- und Fünftplatzierten der Bundesliga ein Startplatz sicher. Dem Sechsten, Siebten und Achten bleibt nur der Umweg über den UI-Cup. Das Teilnehmerfeld im UEFA-Pokal wird von bislang 98 auf 80 Clubs reduziert. Die 1. Runde findet wie gehabt im K.o.-System statt, in Runde zwei sind demnach noch 40 Vereine im Rennen.

Dann greift die Reform: Statt der K.o.-Duelle mit Hin- und Rückspielen folgt eine Art Zwischenrunde. Jeweils fünf Teams spielen in acht Gruppen. Dabei gibt es pro Mannschaft nur vier Partien, also keine Rückspiele. Die jeweils zwei Heimspiele pro Team werden auf Grundlage der UEFA-Fünfjahres-Wertung verteilt. Die in der UEFA - Rangliste besser platzierten Clubs haben dabei Vorteile.

«Durch die Neuordnung gibt es eine gewisse Planungssicherheit», sagte Dortmunds Präsident Gerd Niebaum. «Die Gelder, die in der Champions League zu erwirtschaften sind, gibt der UEFA-Cup zwar nicht her, doch wir können jeden Euro zur Konsolidierung der Finanzen in unserem Verein gut gebrauchen.» Die Vermarktungsrechte liegen dabei weiterhin bei den Clubs.

Die ersten drei jeder Zwischenrunden-Gruppe ziehen in die nächste Runde ein. Zu diesen 24 Mannschaften kommen wie bisher die acht ausgeschiedenen Gruppendritten aus der Champions-League-Vorrunde. Die verbliebenen 32 Teams spielen dann wieder im K.o.-System mit Hin- und Rückspiel um den Einzug ins Achtel-, Viertel- Halbfinale und Endspiel. Das Finale wird am 18. Mai 2005 in Lissabon ausgetragen.

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