Fußball-Deutschland fiebert Neuauflage des „TV-Duells" entgegen
„Da wird sicher keiner abschalten“

Der Konflikt zwischen der ARD und Rudi Völler schwelt vor dem Schottland-Spiel weiter. Der Sender wartet weiter auf eine Entschuldigung des DFB-Teamchefs - und kann gegen Schottland auf eine Top-Einschaltquote hoffen. Intertops bietet derweil Wetten auf eine handfeste Auseinandersetzung von Völler mit Delling und Netzer.

HB DORTMUND. Der Sportchef des für die Fußballberichterstattung verantwortlichen WDR, Heribert Faßbender, erwartet von Rudi Völler eine Entschuldigung für seine verbalen Attacken gegen die Fußball-Moderatoren Gerhard Delling und Günter Netzer. "Dampf ablassen ist erlaubt. Auch im Fernsehen. Aber das sollte dann auch wieder korrigiert werden. Völler ist zwei Tage danach von seiner überzogenen Kritik noch nicht abgerückt", sagte Faßbender am Montagabend in den "Tagesthemen". Faßbender weiter: "Rudi hat sich da in einer Ecke festgedribbelt, aus der er schnell wieder herauskommen sollte."

Wutausbruch hin, ausstehende Entschuldigung her. Schon morgen kommt es zur Neuauflage des medialen Aufeinandertreffens der Streithähne. Denn die Konstellation wird trotz des Eklats vom Samstag die gleiche sein. Delling und Netzer, von Völler als "Unterhaltungschef" und "Standfußballer" verspottet, werden nach der Partie gegen Schottland aus dem gläsernen ARD-Studio ihre Analyse abliefern. Und danach soll in etwa 100 Meter Entfernung der Teamchef wieder von Waldemar Hartmann interviewt werden.

Top-Einschaltquote garantiert

Die ARD versucht die Brisanz des Aufeinandertreffens herunterzuspielen. Zu Änderungen des Konzeptes mit den Grimme-Preisträgern Delling und Netzer gebe es keinen Grund, heißt es. Ansonsten hält sich der Sender mit offiziellen Beurteilungen zurück. Mehr als 8,41 Millionen Zuschauer wie bei der der Übertragung aus Island werden intern aber erwartet.

"Wir werden unsere Richtung nicht ändern", wird Delling in der Münchener "tz" zitiert. "Es wäre völlig falsch und peinlich, wenn wir die Leistung der Nationalelf als Reaktion auf Rudi Völlers Aussagen jetzt plötzlich durch die rosa-rote Brille betrachten würden."

Völlers Schimpftirade nach dem Island-Spiel haben dafür gesorgt, dass dieses TV-Duell mindestens genauso im Blickpunkt stehen wird wie das Spiel selber. "Da wird sicher keiner nach dem Spiel abschalten", sagte ARD-Sprecher Martin Gartzke am Dienstag. Länderspiele der Nationalmannschaft sind ohnehin der beste Quoten-Garant, doch nach Völlers Wutanfall in Island werden die Fußball-Fans auch gespannt auf das Nachspiel im Studio warten. Eine Top-Einschaltquote ist garantiert.

Intertops zahlt 500:10 bei Handgreiflichkeit zwischen Völler und Netzer/Delling

Hartmann sagte in der "Bild-Zeitung": "Wenn wir die Schotten schlagen, wird das Gespräch mit Rudi Völler eher kurz." Der Moderator, der in Island trotz Völlers Frontalangriff die Ruhe behalten hatte, kündigte an: "Tritt jedoch der schlimmste Fall ein und wir verlieren, werde ich ihm als erste Frage stellen: Das war wirklich Sch..., oder?"

Der Buchmacher Intertops hat auf den Wutausbruch Völlers reagiert und Spezialwetten aufgelegt: 500:10 beträgt etwa der Kurs, dass Völler morgen mit Netzer und Delling handgreiflich wird. 100:10 gibt es im Fall seines Rücktritts nach dem Spiel, 20:10 ist die Quote dafür, dass Völler nach der Partie mit "Waldi" Hartmann ein Weizenbier trinkt. Bei einem Handgemenge zwischen Rudi Völler und Berti Vogts zahlt Intertops 200:10.

Völler hatte zuletzt seine "derbe" Wortwahl ("Scheiß", "Scheißdreck", "Käse") wenigstens für unangemessen gehalten. Im Kern wollte der 43-Jährige allerdings nicht von seinen Aussagen abrücken, wofür er unter anderem von den Bundesliga-Managern, aber auch von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder Rückendeckung erhielt. Zudem hatte Völler seine Kritik auf die "Gurus und Ex-Gurus" Franz Beckenbauer, Paul Breitner und Udo Lattek ausgeweitet und erklärt, es sei Zufall gewesen, dass es zunächst Delling und Netzer getroffen habe.

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