Fußball-EM 2008
Nun soll der Ball doch noch im Handy rollen

Die Fußball-Europameisterschaft per DVB-H könnte doch noch kommen. ARD und ZDF werden ihre beiden Programme der Handy-TV-Plattform Mobile 3.0 zur Verfügung stellen. Damit ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt, damit das Konsortium seine Sendelizenz umsetzen kann.

HB DÜSSELDORF. Die Übertragung der Fußball-EM auf Handy rückt in greifbare Nähe. Mobile 3.0 einigte sich mit ARD und ZDF über die Übertragung ihrer Programme. „Der Start zur EM 2008 ist ein Wunschtermin aller Beteiligten“, bekräftigte Mobil 3.0 im Gespräch mit handelsblatt.com. Für das Konsortium, hinter denen die Verlagshäuser Hubert Burda und Holtzbrinck stehen, könnte es ein Zugewinn für ihre Handy-TV-Plattform sein, wenn die Fußball-Europameisterschaft per DVB-H unverschlüsselt zu sehen wäre. „Großveranstaltungen wie die Fußball-EM sorgen in der Regel stets für einen Wachstumsschub im TV-Bereich. Unter diesem Aspekt ist ein Start zur EM natürlich attraktiv“, hieß es weiter.

Damit konnte das Konsortium, das sich überraschend bei der Vergabe der Mobilfunk-Lizenzen durchgesetzt hatten, zwei weitere große Player gewinnen. Bereits Anfang Dezember habe man mit RTL einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen, so eine Sprecherin.

Die Landesmedienanstalten hatten von Mobile 3.0 ursprünglich bis September ein Konzept für die die Belegung der 16 Sendekanäle gefordert. Diese Frist versäumte das Konsortium, und die Medienwächter gewährten eine Nachfrist bis Silvester. Ansonsten sei die Grundlage für ein Pilotprojekt mit dem Konsortium entfallen. Durch die Unterzeichnung der Verträge mit ARD und ZDF ist Mobile 3.0 diesem Ziel nun einen wichtigen Schritt näher gekommen.

Mobile 3.0 hatte die Verzögerung unter anderem damit begründet, dass es unklar sei, wie man die öffentlich-rechtliche Angebote in ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept einbinden könne. Diese Unklarheiten haben sich anscheinend aufgelöst. „Wir begrüßen den Einstieg von ARD und ZDF und freuen uns, mit beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten eine Einigung erzielt zu haben. Beide Programme sind wichtige Eckpfeiler der deutschen Fernsehlandschaft und bieten den Zuschauern viele wichtige und attraktive Inhalte“, sagte ein Sprecherin von Mobile 3.0.

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff sagte, das die wichtige Zielgruppe der Entscheider und die junge Generation zunehmendes Interesse an Handy-TV zeigten. "Neben dem klassischen Fernsehen zu Hause wird sich Handy-TV zu einem relevanten Verbreitungsweg entwickeln", so Fritz weiter. Für ZDF-Intendant Markus Schächter ist es ein Recht der Zuschauer, das ZDF zu sehen, wo und wann sie wollen. "Deshalb muss das ZDF auch mit fernsehtauglichen Mobiltelefonen unverschlüsselt empfangen werden können.", so Schächter.

Nach ersten Feldversuchen und Pilotprojekten mit dem ZDF-Programm in einigen Ballungsräumen, soll nun erstmals eine deutschlandweite DVB-H-Plattform entstehen. Inhaltsbezogene Entgelte müssen die Nutzer nicht zahlen, so die ARD. Allerdings wird eine fixe Grundgebühr für den Empfang fällig. „Aus Marktforschungsstudien und unseren bisherigen Erfahrungen gehen wir momentan von einem Betrag zwischen 5 und 10 Euro im Monat aus“, hieß es bei Mobile 3.0. Die Medienberater Goldmedia sehen im Free-TV geprägten Deutschland grundsätzlich eine Bereitschaft für Mobil TV zu bezahlen: „Ergebnisse der Nutzerforschung in Real-Tests belegen eindeutig, dass es für Handy TV in Deutschland eine hohe Zahlungsbereitschaft von durchschnittlich 7,50 Euro pro Monat gibt“, so die Berater.

Der Umsatz mit Handy-TV in Deutschland soll nach ihren Schätzungen im Jahr 2012 bei rund 655 Millionen Euro liegen. Weltweit verzeichnet rundfunkbasiertes Mobile TV hohe Wachstumsraten. Anbieter hoffen, allein in Westeuropa, USA und Asien bis zum Jahr zusammen rund 140 Millionen Nutzer zu erreichen, was einer Marktgröße von rund 4,4 Mrd. Euro entspräche.

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